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Pirole

PiroleWissenschaftliche Bezeichnung:
Oriolidae

Natürliche Verbreitung:
Indien, Australien, Neuguinea

Die Pirole bilden mit 34 Arten eine Familie lebhafter, drosselgroßer Vögel mit meist farbenprächtigem Gefieder; die leuchtenden Gefiederpartien können gelb über orange und rot bis schwärzlichrot, aber auch silberweiß getönt sein. Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich von Indien bis nach Nordaustralien; sechs Arten sind in Afrika vertreten, und nur jeweils eine Art konnte nordwärts bis Ostasien (Schwarznacken-Pirol, Oriolus chinensis, 23 cm Körperlänge) oder nach Europa vordringen (Pirol, Oriolus oriolus; 24 cm Körperlänge). Der Pirol trifft hier auch erst ab Mitte April ein und zieht bereits im August wieder in die afrikanischen Überwinterungsgebiete. Er bewohnt als Sommervogel ganz Europa, mit Ausnahme des hohen Nordens und Griechenlands; seine Verbreitung erstreckt sich weit über Vorder- und Mittelasien bis zum Altai.

Lebensweise Um die vielen Namen des Pirols im deutschen Verbreitungsraum zu deuten, muß man nur seine Lebensweise näher betrachten. So wird er Bieresel, Bülow, Golddrossel, Regenkatze, Pfingstvogel oder Kirschvogel genannt.

Einige Erklärungen lassen sich leicht finden: Bis Pfingsten haben die Pirole ihr Brutrevier bezogen. Die Männchen haben ein unverkennbares goldgelbes und schwarzes Gefieder und lassen ihren angenehm flötenden Gesang wohl häufiger an trüben Tagen ertönen, während der Paarungszeit klingt der von beiden Geschlechtern vorgetragene Ruf wie »Bühlo« usw.

Ohnehin nicht sehr häufig, lebt der Pirol versteckt im Laub der Bäume, so daß auch die Männchen selten zu sehen sind; das Weibchen ist mit seinem oberseits gelblichgrünen, unten grauweißen Federkleid der Umgebung von vornherein viel stärker angepaßt. Die Vögel brüten vorzugsweise in Mischwäldern, ausnahmsweise auch in reinen Kiefernwäldern (z. B. Mark Brandenburg). Hier verlassen sie nur selten die schützenden Baumkronen, um z. B. nach der aus größeren Insekten (Maikäfer, Nachtfalter, Heuschrecken, Raupen) und Waldbeeren bestehenden Nahrung zu suchen. In der Nähe menschlicher Siedlungen sind Süßkirschen oder Johannisbeeren besondere Leckerbissen; das Fruchtfleisch wird mit dem kräftigen und fast kegelförmigen Schnabel sehr schnell vom Kern heruntergezogen.

Brut Auch die Nester werden meist sehr hoch in einem Baum angelegt. Beide Partner bauen in einer waagerechten Astgabel einen kunstvollen Napf, der von den schützenden Zweigen herabhängt. Die 3-4 Eier werden überwiegend von dem Weibchen bebrütet, während das Männchen unruhig in seinem Revier von Baum zu Baum fliegt und dabei voller Angriffslust alle Nesträuber vertreibt. Dabei äußert es schnarrende und krächzende Rufe, die ebenso vom Weibchen kommen, wenn sich dort ein Feind dem Nest nähert. Nach 14-15 Tagen schlüpfen die Nesthocker und werden von beiden Altvögeln versorgt.

Die anderen Arten der Familie unterscheiden sich wohl in der Gefiederfärbung, aber kaum in der Lebensweise. Nur die australischen Pirole sind weitaus geselliger und treten gern in kleinen Schwärmen auf.


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