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Vierhornantilope
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Gabelbock (Gabelantilope)

Gabelbock (Gabelantilope)Wissenschaftliche Bezeichnung:
Antilopcapra americana

Natürliche Verbreitung:
Nordamerika

Der Gabelbock oder das Pronghorn ist die einzige überlebende Art einer einst formenreichen Überfamilie der Gabelhorntierartigen, die auf Nordamerika beschränkt war.

Hornbildung Die Hörner der Gabelböcke unterscheiden sich von den Stirnwaffen aller anderen Paarhufer. Die Hörner stehen auf schmalen, massiven Knochenzapfen, die Hornsubstanz entwickelt sich durch Verhornung der den Knochen überziehenden Haut, wobei die Haare erhalten bleiben. Einmal im Jahr wird das Horn gewechselt. Unter der alten Hornscheide entsteht eine neue, die die alte Hülle hochhebt, bis sie abfällt. Das neue Horn ist zunächst gummiartig weich. Innerhalb von 3-4 Monaten wird es fest und erreicht seine endgültige Form. Bei den Männchen bildet das Horn eine Gabel, eventuell auch eine oder zwei weitere Sprossen. Die Weibchen haben kleine, einfache Hörner, die auch ganz fehlen können. Die Oberfläche der Hörner ist runzlig, ihre Länge beträgt bis 30 cm.

Gestalt Die Oberseite ist sandfarbig rotbraun, die Unterseite und einige Abzeichen an Kopf und Hals sind weiß. Auffallend ist ein weißer Spiegel im Bereich der Schwanzwurzel, die Haare in dieser Region sind aufrichtbar. Die Nasenlöcher werden von einer schmalen, nackten Muffel eingerahmt, Afterklauen fehlen. Mit einer Schulterhöhe bis 102 cm und 150 cm Gesamtlänge sind Gabelböcke etwas größer als ein Reh.

Drüsen Voraugen- und Leistendrüsen fehlen. Duftdrüsen befinden sich unterhalb der Ohren, unpaarig auf dem Kreuz, beiderseits der Schwanzwurzel, an der Außenseite der Fersen und zwischen sämtlichen Klauen. Diese Drüsen bilden ein hochentwickeltes System von Duftsignalen, das bei diesen Herdentieren - in Verbindung mit optischen Signalen, wie dem beweglichen, weißen Spiegel - eine sehr differenzierte innerartliche Verständigung ermöglicht.

Sinnesorgane Die Augen der Gabelböcke sind auffallend groß. Gehör und Geruchssinn sind gut entwickelt. Als Ruheplätze werden solche Stellen bevorzugt, die gute Sicht auf die Umgebung bieten.

Lebensraum Gabelböcke leben in der baumarmen Grassteppe, der Prärie zwischen Kanada und Mexiko. Diesen Lebensraum teilten sie sich mit dem Präriebison. Als Feinde kamen früher Wölfe, Kojoten und Steinadler in Betracht. Sinnlose Verfolgung durch den Menschen, die Umwandlung der Prärie in Acker- und Weideland und eine Strahlenpilzerkrankung hatten die Bestände an den Rand der Ausrottung gebracht. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Pronghorn geschützt, daraufhin erholte sich der Bestand und wuchs bis heute wieder auf 600 000 Tiere heran.

Im Weideland haben sich die Gabelböcke der veränderten Umgebung angepaßt. Sie vermögen in rasendem Lauf zwischen den Spanndrähten der Weidezäune hindurchzuspringen. Als Bewohner der offenen Prärie sind Gabelböcke ausdauernde und schnelle Läufer: mit fast 80 km/h Geschwindigkeit sind sie die schnellsten Säugetiere Nordamerikas. Auf der Flucht ändern sie von Zeit zu Zeit ihre Richtung. Gewöhnlich trotten sie im Paßgang. Gabelböcke weiden Gräser, Laub und Kräuter, im Süden ihres Verbreitungsgebietes fressen sie auch Kakteen.

Fortpflanzung Zur Paarungszeit sammeln erwachsene Böcke im September einige Weibchen um sich. Zwischen den Böcken kommt es zu Rivalenkämpfen. Die Weibchen sondern sich zum Werfen im Mai oder Juni des folgenden Jahres von der Herde ab. Ein Wurf besteht bei jüngeren Muttertieren aus einem, bei älteren aus zwei Jungen. Die Kälber werden getrennt abgelegt. Die Mutter sucht ihre Jungen zum Säugen vorwiegend nachts auf. Im Alter von 14 Tagen können die Jungen der Herde folgen.

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