Eine typische Verhaltensweise der eigentlichen Stelzen ist auch bei den Piepern ausgebildet: Sie trippeln mit ihren langen Beinen anmutig am Boden hin und her und wippen dabei mit ihrem Schwanz auf und ab (der Schwanz wird »gestelzt«). Nur ist bei den Piepern der Schwanz kürzer. Ebenso elegant bewegen sie sich im Gezweig, und auch der Flug wirkt leicht und rasch, längst nicht so bogenförmig wie bei den Stelzen.
Lebensweise Insgesamt tragen 39 Arten den Namen »Pieper«, allein 34 werden in der Gattung Anthus zusammengefaßt.
Die Pieper sind alle in ihrer dem Untergrund angepaßten Färbung sehr ähnlich und in beiden Geschlechtern fast gleich, weltweit verbreitet und fehlen eigentlich nur auf den Pazifischen Inseln. Dabei sind sie, als typische Insektenfresser, natürlich von den jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen abhängig. Während sie in den tropischen Regionen nur kleinere Wanderungen unternehmen, sind die nördlichsten und südlichsten Brutpopulationen Zugvögel, die in großen Schwärmen ihre Reise antreten. Die bevorzugten Lebensräume sind Gras- und Sumpfgebiete.
Arten Zu den eurasischen Formen gehören neben dem Baumpieper der Wiesenpieper (Anthus pratensis; 14,5 cm Körperlänge), der Rotkehlpieper (Anthus cervina; 14,5 cm), der Wasser- oder Bergpieper (A. spinoletta; 16,5 cm), der Waldpieper (A. hodgsoni, 14,5 cm), der Petschorapieper (A. gustavi; 14,5 cm) und der Brachpieper (A. campestris; 16,5 cm).
Gesang Die meisten Pieper können sich, besonders bei der Balz, in beachtliche Höhen erheben. Dann sieht man sie »Stufe für Stufe« schwungvoll aufsteigen (Baumpieper). Hoch in der Luft beginnen sie mit ihrem Gesang, der für das menschliche Ohr angenehm klingt. Diese Verhaltensweise ist von den ohnehin auch äußerlich sehr ähnlichen Lerchen bekannt, doch erreichen die Pieper bei weitem nicht die Vielfalt des Lerchengesanges; hiermit vergleichbar ist vielleicht der Gesang des Baumpiepers, der deshalb auch »Waldkanarie« genannt wird. Alle Arten singen auch gern am Boden.
Brut Viele Arten der Pieper brüten mehrmals im Jahr. Am Boden verborgen, bauen die Vögel ihre napfförmigen Nester aus feinen Grashalmen. Während das Weibchen die 3-7 Eier bebrütet, wird es vom Männchen gefüttert. Wie bei allen Bodenbrütern, verlassen die Jungen bald das Nest.
Der Spornpieper hat, wie die afrikanischen Großspornpieper (Gattung Macronyx), besonders lange Hinterzehenkrallen, die bei anderen Arten weniger stark ausgeprägt sind.
Gefährdung Der Brachpieper (Anthus campestris) steht bei uns auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.