Äußerlich gleicht der Große Panda auffällig den Bären, von denen er sich äußerlich durch einen längeren, gut sichtbaren Stummelschwanz und ein abweichendes Gebiß unterscheidet. Seine schwarz-weiße Färbung und sein flauschiger Pelz haben ihn zu einem der anziehendsten und am besten bekannten Bären gemacht - wer kennt nicht das Symbol des World Wide Fund for Nature (WWF).
Gebiß, Körperbau Der Bambusbär besitzt von allen Raubtieren die kräftigsten Mahlzähne und deutet damit schon seine rein vegetarische Lebensweise an. Der Aufbau seines Gebisses trennt ihn sowohl von sämtlichen neuweltlichen Kleinbären als auch von allen Großbären und weist sogar starke Unterschiede zu dem des Katzenbären auf. In Beziehung zur Ernährung steht auch die kräftige Kaumuskulatur, die gemeinsam mit der backenbartähnlichen Haarkrause den Kopf des Tieres besonders mächtig erscheinen läßt. Die Füße, die mit jeweils 5 Zehen bewehrt sind, setzt der Große Panda stets einwärts gerichtet und als Halbsohlengänger auf. Wie der Eisbär besitzt auch der Bambusbär weitgehend behaarte Sohlen und ein dichtes Fell, das in seiner Haarstruktur dem des Eisbären sehr ähnelt.
Lebensraum Diese Übereinstimmungen sind wohl als gleichgerichtete Anpassung (Konvergenz) an einen kalten Lebensraum zu deuten. Obwohl der Große Panda undurchdringliche, steile, felsige und feuchte Gebirgshänge mit mildem, subtropischem Klima bevorzugt, lebt er doch in denjenigen Teilen des chinesischen Hsifan-Berglandes, das Hochgebirgscharakter hat. Er begibt sich hier bis in 4000 m Höhe, wo regelmäßig recht hoher Schnee liegt.
Ernährung Der Bambusbär hat sich in seiner Ernährungsweise extrem spezialisiert: Er ernährt sich nahezu ausschließlich von Bambusschößlingen, von denen er wegen des geringen Nährwertes ungeheure Mengen zu sich nehmen muß. Entsprechend rege ist seine Darmtätigkeit, und so findet man entlang seiner Marschroute in regelmäßigen Abständen zahlreiche Kotballen.
Lebensweise Der Große Panda lebt die überwiegende Zeit des Jahres einzelgängerisch in einem ca. 1,5 km2 großen Wohnrevier, das er nur zur Paarungszeit im April und Mai verläßt. Auf festen Wechseln, die bestimmte, für das Tier bedeutende Punkte miteinander verbinden (Futterplätze, Schlaf- und Ruheplätze), durchstreift der Große Panda den Bambusdschungel. Dieser Dschungel ist oft so dicht, daß hier die Wege und Wildwechsel tunnelartigen Charakter annehmen. Der Gesichtssinn spielt dabei für das Tier die größte Rolle und ist entsprechend hoch entwickelt. Aber auch Geruchs- und Gehörsinn sind recht gut.
Fortpflanzung Zur Paarungszeit können sich mehrere Männchen um ein paarungswilliges Weibchen versammeln, und es kann zu schwerfällig wirkenden Kämpfen zwischen den Bewerbern kommen.
Nach einer Tragzeit von 97-163 Tagen werden ein oder zwei Junge geboren, von denen in der Regel nur das erstgeborene überlebt. Die Jungen sind bei ihrer Geburt nur etwa rattengroß, rosarot und fast haarlos und wiegen nur 75-150 g, so daß die Mutter sie ständig wärmen muß. Nach ungefähr 4 Wochen nimmt die Mutter ihr Junges mit. Mit 18 Monaten verläßt es die Mutter und wird zum selbständigen Einzelgänger. Viele Jungtiere sterben aber auch aus unbekannten Gründen, so daß die Fortpflanzungsrate sehr niedrig ist.
Gefährdung Der in China als Nationalheiligtum verehrte Große Panda zählt zu den seltensten und bedrohtesten Säugetieren. Er lebt heute nur noch in einem Gebiet, das der Größe Sachsens entspricht.
Um ihn zu erhalten, wurde er vollkommen unter Schutz gestellt. Doch seine extreme Abhängigkeit von seiner Futterpflanze, dem Bambus, macht ihn auch weiterhin außerordentlich anfällig. So kamen viele Tiere um, als in ihrem Gebiet der Bambus abstarb, ein Ereignis, das in Abständen von 20-40 Jahren immer wieder vorkommt. Früher konnten die Tiere in so einem Fall auf andere Bambussorten in tieferen Lagen ausweichen, die jedoch inzwischen dem Landbedarf der Bauern zum Opfer gefallen sind. So ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Bambusbär von unserer Erde verschwunden sein wird.