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Bläßhühner

BläßhühnerWissenschaftliche Bezeichnung:
Fulicinae

Natürliche Verbreitung:
globale Vorkommen

Die Bläßhühner bilden eine Unterfamilie der Rallen und kommen auf allen Erdteilen vor. Allein 7 der insgesamt 10 Arten sind in Südamerika zu finden, unter ihnen das Höcker- oder Rüsselbläßhuhn (Fulica cornuta), das an einigen abgelegenen Gebirgsseen noch oberhalb der 4000-m-Grenze, in den Hochanden, brütet. Das Kammbläßhuhn (Fulica cristata) bewohnt Südspanien und den größten Teil Afrikas. Es trägt neben der allen Rallen eigenen Stirnplatte zwei rote, hornige Höcker. Von Kanada bis zum nördlichen Südamerika erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Amerikanischen Bläßhuhns (Fulica americana), das nahe verwandt mit unserem einheimischen Bläßhuhn (Fulica atra) ist. Letzteres kommt in den gemäßigten Zonen Europas, Nordafrikas, Asiens und Australiens vor.

Lebensweise Die Bläßhühner sind gute Schwimmer und können tauchen. Sie bevorzugen Binnengewässer mit schilfbewachsenen Ufern, sind aber auch auf Stauseen ohne jegliche Uferbewachsung zu finden. Im Gegensatz zu den echten Rallen sind sie durch charakteristische breite Schwimmlappen an den einzeln stehenden Zehen dem Wasserleben angepaßt.

Die Lebensweise des einheimischen Bläßhuhns (Fulica atra) soll stellvertretend für die Gattung beschrieben werden. Der schwarze Vogel mit der weißen »Blesse« am Scheitel ist häufig und kommt neben den erwähnten Verbreitungsgebieten in Europa vom mittleren Schweden bis Südspanien vor. Je nach Aufenthaltsort ist das Bläßhuhn Stand-, Strich- oder Zugvogel.

Fortpflanzung Die Brutzeit beginnt im allgemeinen im April oder Mai. Zwischen lichter Uferbewachsung, zum Teil aber auch ungeschützt oder sogar freischwimmend, werden die Nester aus trockenen Pflanzenteilen angelegt. Hierbei können alte Rohrstoppeln, die aus dem Wasser ragen, die Grundlage bilden. Diese werden mit einem Steg versehen, um den Jungen später das Erreichen des Nestes zu erleichtern. Während die Vögel sonst ausgesprochen gesellig sind, werden jetzt die Reviere von den Männchen hartnäckig verteidigt. Das Weibchen legt meist 7-10 Eier, größere Gelege sind möglich. Nach etwa 3 Wochen schlüpfen die Jungen und schwimmen als Nestflüchter sofort mit der Mutter umher.

Tauchtechnik Bläßhühner tauchen bei Gefahr und zur Nahrungssuche. Dabei nehmen sie Pflanzenteile vom Grund auf. Der Tauchvorgang wird durch einen kurzen Sprung mit abwärts gerichtetem Schnabel eingeleitet, um den starken Auftrieb der leichten Tiere schneller zu überwinden. Nach höchstens 15 Sekunden schnellen die Bläßhühner wieder an die Wasseroberfläche zurück. Beim Tauchen werden nur die Füße zum Rudern benutzt. Beim Schwimmen liegt der Rumpf tief im Wasser, jeder Ruderschlag der Beine ist mit einem starken Kopfnicken verbunden.


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