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Kleiber (Klettervogel)

Kleiber (Klettervogel)Wissenschaftliche Bezeichnung:
Sittidae

Natürliche Verbreitung:
globale Vorkommen

Zwei Unterfamilien, die Eigentlichen Kleiber (Sittinae) und die Mauerläufer (Tichodrominae), werden zur Familie der Kleiber oder Spechtmeisen zusammengefaßt.

Eigentliche Kleiber (Unterfamilie Sittinae) Die Kleiber sind in der Alten und Neuen Welt vertreten (1 Gattung, 15 Arten).

Lebensweise Nur wenige andere Vogelarten zeigen ähnliche Verhaltensweisen bei der Nahrungssuche. Sie können nämlich an den Baumstämmen mit ihren kräftigen Füßen ebenso geschickt kopfabwärts wie -aufwärts klettern. Dabei halten sie sich jeweils mit einem Fuß fest und ziehen den anderen nach, benutzen den Schwanz aber nicht als Stützorgan, wie wir es von anderen Stammkletterern kennen.

Ernährung Mit ihrem kräftigen und spitzen Schnabel suchen die Kleiber in Lückenräumen von Bäumen und Felsen nach Insekten und deren Larven, können die Beute aber auch aus weicher Borke herausmeißeln. Die tierische Nahrung wird vor allem im Winter durch Samen ergänzt; hartschalige Früchte werden aufgehämmert. Damit sie dem Vogel nicht entgleiten, klemmt er sie fest in geeignete Spalten ein. Die Kleiber legen bei ausreichendem Nahrungsangebot kleine Vorratslager an.

Nestbau Zu ihrem Namen kamen die Kleiber (= »Kleber«) durch eine andere Verhaltensweise. Viele Arten kleben nämlich das Flugloch ihrer Nisthöhle zum Schutz gegen Feinde und Nistplatz-Konkurrenten bis auf eine kleine Öffnung zu, die gerade noch das Ein- und Ausfliegen gestattet. Als Materialien kommen hierfür, von Art zu Art verschieden, viele natürliche Stoffe in Betracht, z. B. Lehm, Pflanzenfasern, Rindenstückchen usw., die mit einem Bindemittel (Wildlosung, zerriebene Kerbtiere, Baumharz) verkittet werden.

Der Felsenkleiber (Sitta neumayer) und der Klippenkleiber (Sitta tephronota) bauen sogar die kugelförmige Nisthöhle (Durchmesser 10-25 cm) selbst und befestigen sie an Felswänden.

Andere Arten »kleben« dagegen überhaupt nicht, denn sie meißeln ihre Bruthöhle in morsches Holz und lassen den Eingang von vornherein klein genug. Hier hat der andere, systematisch falsche Name »Spechtmeisen« seinen Ursprung.

Kleiber (Sitta europaea) Der Kleiber hat vorwiegend als Standvogel eine große Vielfalt bewaldeten Geländes Europas und Asiens besiedelt. Während in Europa Mischwald mit alten Buchen und Eichen bevorzugt wird, lebt er in Asien vor allem in lichtem, trockenem Kiefernwald. Nordwärts bildet die Taiga seinen Lebensraum, in mediterranen Gebieten Eichenwald und Olivenhaine. Viele geographische Rassen (bis zu 25) werden in dieser Art zusammengefaßt. Die sibirischen Populationen wandern in manchen Wintern invasionsartig nach Süden oder Westen (Einwanderungs- oder Invasionsvögel).

Brut Ihre Nester legen die Kleiber gewöhnlich in Löchern oder Höhlen von Stämmen hoch über der Erde an. In Südasien findet man sie auch dicht über dem Boden und sogar in Lehm- und Steinwänden. Große Höhleneingänge werden hauptsächlich von den Weibchen mit Lehm verkleinert. Das eigentliche Nest ist ein lockerer Napf aus Rindenspänen und Laub.

Ende April bis Anfang Mai setzt in unserem Gebiet die Brutperiode ein. Die 6-8 Eier werden nur vom Weibchen bebrütet, das Männchen füttert aber regelmäßig. Sind die Nesthocker nach 14-18 Tagen geschlüpft, müssen sie noch 23-25 Tage von den beiden Altvögeln versorgt werden, bis sie das Nest verlassen. Auch dann sind sie noch auf ihre Eltern angewiesen.

Revierbildung Im Alter von 21/2 Monaten beginnen die Kleiber-Männchen, ihr Revier zu gründen. Bis zum nächsten Frühjahr müssen sie es gegen alteingesessene Paare oder andere junge Männchen verteidigen. Bis zu Beginn der Brutzeit ist schon zeitig im Jahr ihr lauter Reviergesang zu hören. Alte Paare bewohnen in Dauerehe zeitlebens denselben Eigenbezirk.


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