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Marderhund

MarderhundWissenschaftliche Bezeichnung:
Hyctereutes procyonoides

Natürliche Verbreitung:
Asien

Der ursprünglichste aller lebenden Wildhunde ist der aus Nordost- und Ostasien und Japan stammende Marderhund, den man wegen seines waschbärähnlichen Aussehens auch Waschbärhund nennt, obwohl er mit dem amerikanischen Kleinbären nichts gemeinsam hat. Er ist ein altertümlicher Wildhund, dessen Vorfahren gegen Ende des Tertiärs über die Bering-Brücke nach Nordostasien einwanderten. Anfang dieses Jahrhunderts wurden Marderhunde in Rußland ausgesetzt, von wo aus sie sich nach Ost-, Nord- und Mitteleuropa ausdehnten. Inzwischen sind sie auch bei uns heimisch. Als einziger Wildhund macht der Marderhund im Nordosten seines Verbreitungsgebietes eine Winterruhe durch.

Lebensweise Marderhunde leben dämmerungs- und nachtaktiv paarweise oder in kleinen Familiengruppen in Tundra und Taiga sowie in Park- und Kulturlandschaften. Sie bevorzugen feuchten Laub- und Mischwald mit dichtem Unterholz; ihre Wohnung sind Fels- und Erdlöcher. Sie ernähren sich als Allesfresser von Kleinsäugern, Lurchen - darunter auch die sonst verschmähten Kröten -, Fischen, Wirbellosen, allerlei Früchten und Beeren. In Europa erbeutet der Marderhund auch Eier und Jungvögel und bricht in Hausgeflügelställe ein.

Wie auch der Waschbär, ist der Marderhund erst relativ spät das erste Mal bei uns registriert worden. Dank seiner heimlichen Lebensweise konnte er sich lange verborgen halten und betätigt sich nun teilweise bei uns als Schädling von Brutkolonien von Vögeln.

Fortpflanzung Marderhunde vermehren sich außerordentlich stark. In einigen Fällen brachten die Weibchen 9-12 Junge zur Welt. Die Jungen werden von beiden Eltern betreut. Die Fortpflanzungszeit beginnt im März, die Tragzeiten sollen je nach Klimaräumen sehr schwanken.

Gefährdung Marderhunde sind nicht gefährdet, sondern sie breiten sich im Gegenteil weiter aus.

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