Die deutsche Bezeichnung dieser langschwänzigen Affen stammt vom Bengaliwort »Markat« her, obwohl es in Indien Meerkatzen gar nicht gibt und der dortige Rhesusaffe damit gemeint ist. Natürlich stammt auch das Wort Makak von dort. Ihr wissenschaftlicher Gattungsname Cercopithecus aber heißt in richtiger Beschreibung »Schwanzaffe«. In der Tat haben alle Meerkatzen einen auffällig langen Schwanz.
Alle Meerkatzen besitzen im wörtlichen Sinne Sitzschwielen, die aus verhornten und oft bunt gefärbten, ringartig angeordneten Platten bestehen. Diese bunten Sitzringe passen auf die untersten Knochenwülste der Hüftbeinknochen, so daß die Tiere sozusagen ihr transportables Sitzkissen dauernd bei sich haben. Diese Gesäßpracht entwickelt sich bei den Meerkatzen schon lange vor der Geburt.
Der Brustkorb der Meerkatzen ist sozusagen seitlich zusammengedrückt, also tiefer als breit, so daß Schultern und Hüften schlank und schmal bleiben. Die ersten Finger und Zehen sind kurz und zum Greifen ausreichend geeignet. Die ausgezeichneten Kletterkünstler bewegen sich normalerweise auf allen vieren fort. Dabei erreichen einige Arten mit dieser Fortbewegungsart am Boden beachtliche Geschwindigkeiten. So ist der Husarenaffe (Erythrocebus patas) aus Mittelafrika mit über 50 Kilometern in der Stunde der am schnellsten rennende Primat.
Beide Geschlechter sind meist deutlich in Körpergröße, Bezahnung (Eckzähne!), Bart- und Mähnenzier, Färbung und Verhalten unterschieden. So tragen z. B. die Männchen oft leuchtend bunte Hodensäcke. Das Körpergewicht reicht von etwa 1,4 kg bei der Zwergmeerkatze (Cercopithecus talapoin) bis zu etwa 15 kg bei der Halsbandmangabe (Cercocebus torquatus).
Lebensweise Die Meerkatzen gehören in ihrer Form- und Farbenvielfalt zu den artenreichsten Affengruppen, was aus stammesgeschichtlicher Sicht für den Erfolg dieser Tierkonstruktion spricht. Es sind gewandte, anmutig wirkende Kletterer, Springer und Läufer.
Im Freiland treten die geselligen Tiere in starken Rudeln auf, fallen mit Getöse in Plantagen und Getreidefelder ein, stopfen sich zunächst die Backentaschen voll, und danach beginnt das eigentliche Zerstörungswerk. Unter der sichernden Wache von älteren Ausguckposten wird die Bande jetzt wählerischer, sucht nur noch die zartesten Maiskolben und Bananenfrüchte aus, die sie aber keineswegs voll verzehren, sondern oft nur anbeißen und zu Boden fallen lassen. Ähnlich wie Papageienschwärme sind solche Meerkatzeninvasionen von Dörflern und Pflanzern gefürchtet. Natürlich ergänzen auch diese Affen ihre Pflanzendiät gern und ausgiebig durch tierische Kost, indem sie nestjunge Vögel rauben sowie Kleinsäuger, Eidechsen, Frösche und Insekten geschickt erbeuten.
Sozialleben Die Gruppen werden stets von einem alten, ranghöchsten Männchen angeführt, das den Trupp vorsichtig sichernd durch das Geäst oder Gebüsch leitet. Dabei folgt ihm die Herde so genau, daß oft sogar von allen nacheinander derselbe Zweig an genau derselben Stelle betreten wird. Die Jungtiere sichern ihren Klammerhalt am Bauch der Mutter noch durch einen Sicherheitshaken ihres Schwanzes, mit dem sie den Schwanz der Mutter umfassen.
Nächst dem Menschen sind allenfalls rasche Räuber wie Leoparden ernsthafte Feinde der Meerkatzen. Der gemeinsame und schnell organisierte Widerstand des Affenrudels erweist sich in der Regel als erfolgreiche Waffe gegen tierische Feinde.
Verbreitung Meerkatzen leben heute nur noch südlich der Sahara, wo sie die mit Flüssen und Seen durchsetzten Wälder und Savannen bewohnen.
Folgende Meerkatzen haben eigene Artikel: Diademmeerkatze, Dianameerkatze, Grüne Meerkatze, Mangaben.