Die Segler, eine Famile der Seglervögel, sind weltweit verbreitet und fehlen nur in den Polargebieten. Oft werden sie mit den Schwalben verwechselt, die aber einer ganz anderen Ordnung (den Sperlingsvögeln) angehören. Von diesen unterscheiden sich die Segler in Körperbau und Lebensweise erheblich.
Merkmale Vor allem wirkt der stromlinienförmige Rumpf gedrungener, der Schwanz ist meist kürzer und steifer. Bei den Stachelschwanzseglern (siehe unten) ragen die Federkiele der Schwanzfedern als Greifstacheln über die Fahnen hinaus. Mit ihren 4 mit scharfen Krallen bewehrten Zehen können sich die Vögel an senkrechten Wänden oder Baumstämmen festhalten und gleichzeitig mit dem Schwanz abstützen. Sonst erlauben die schwachen Beine und Füße den Seglern nicht, auf einem Zweig zu sitzen oder gar über den Boden zu hüpfen. Selbst von ihren Nestern können sie sich nur herunterschieben. So ist ihr Lebensraum die Luft. Hier jagen die extrem schnellen Flieger nach Insekten, paaren und begatten sich und suchen ihre Niststoffe. Manche Arten scheinen selbst die Nacht im Flug zu verbringen (Mauersegler).
Die Segler bauen ihre Nester vorwiegend in Mauernischen und Höhlen. Bei beiden Geschlechtern sind während der Brutzeit die Speicheldrüsen besonders stark vergrößert, so daß die Vögel die unterschiedlichsten Niststoffe mit ihren Absonderungen »verleimen« können. Die Salanganen produzieren so große Speichelmengen, daß das Nest überhaupt nur aus diesem erhärtenden Sekret besteht. Beide Eltern ziehen die Jungen gemeinsam auf (Mauersegler).
Stachelschwanzsegler (Unterfamilie Chaeturinae) Die in dieser Gruppe zusammengefaßten Arten leben in den wärmeren Gebieten der Neuen und der Alten Welt mit Ausnahme Australiens; dabei sind die nördlichsten und südlichsten Populationen Zugvögel. Hier sind die schnellsten Vögel der Welt zu finden. Die südamerikanischen Halsbandsegler (Gattung Streptoprocne) oder die asiatischen Großsegler (Gattung Hirundapus) sollen Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h erreichen. Nicht nur diese Zahl ist beeindruckend, sondern vielmehr das Erlebnis, wenn diese Vögel in kleineren Gruppen gleichzeitig aus großer Höhe hinabstürzen und wieder aufsteigen. In Brasilien nennt man sie deshalb »Raketen«.
Die 5 Gattungen werden hauptsächlich nach der Art und Auswahl des Nistplatzes unterschieden. Die eigentlichen Stachelschwanzsegler (Gattung Chaetura) aus Nordamerika bevorzugen unbenutzte Kamine oder Gebäude, um dort ihre Nester anzuheften, aber auch als Schlafstätte während ihrer jahreszeitlichen Wanderungen. Dann umkreisen sie zwitschernd in großen Scharen die Schornsteine. Eine Art, der Kaminsegler (Ch. pelagica), wurde direkt nach dieser Lebensweise benannt. Ursprünglich dürften hohle Bäume die gleiche Funktion gehabt haben. Der Braunkehl-Stachelschwanzsegler (Ch. gigantea) legt als eine der größten und schnellsten Seglerarten noch heute seine Eier auf den Boden einer Baumhöhle.
Auch die Schein-Stachelschwanzsegler (Gattung Cypseloides) leben in Amerika. Sie legen ihr Nest bevorzugt an steinigen Uferhängen an und sind an das Wasser gebunden. Einige südamerikanische Arten, z. B. der Graukopfsegler (C. senex), brüten sogar im Schutze rauschender Wasserfälle; sie können das Nest nur erreichen, wenn sie durch das herabstürzende Wasser fliegen. Das Nistverhalten der Salanganen (Gattung Collocalia) wird gesondert beschrieben. Ihre Nester gelten in der chinesischen Küche als Leckerbissen (»Schwalbennestersuppe«).
Echte Segler (Unterfamilie Apodinae) Der Mauersegler und der Alpensegler zählen u. a. als Vögel unseres Verbreitungsgebietes zu dieser hauptsächlich in der Alten Welt vertretenen Unterfamilie. Sie werden in einer Gattung Schwalbensegler (Apus) mit 14 weiteren Arten zusammengefaßt (z. B. Fahlsegler, A. pallidus; Kaffernsegler, A. caffer; Weißbürzelsegler, A. affinis). Sie haben sich in ihren Nistgewohnheiten ebenso wie die Kaminsegler den menschlichen Gebäuden angepaßt.
Nistbesonderheiten Die Altwelt-Palmensegler (Gattung Cypsiurus) zeigen ein eigenartiges Nistverhalten. Auf die Innenseite eines Palmenblattes, auch an Blätter von Bananen- oder Drachenbäumen, kleben sie ein kleines »Kissen« aus Federn. Auch die 1-2 Eier müssen mit Speichel angeklebt werden, denn aus dem randlosen Nest würden sie bei dem kleinsten Windstoß herausrollen. So können die Eltern nur senkrecht hängend brüten. Ebenso geht es den Jungen, die sich eng an das Blatt anpressen müssen, bis sie flugfähig werden.
Einen bis zu 60 cm langen Schlauch aus Pflanzenfasern benutzen die Steigrohr- oder Cayenne-Segler (Gattung Panyptila) aus Mittel- und Südamerika ebenso wie die Nord-Palmsegler (Gattung Tachura) als Niststätte. Dieses Gebilde hängt von einem Fels- oder Gebäudevorsprung herab.