Sperber gleichen in ihren Lebensgewohnheiten und auch im Habitus weitgehend dem Habicht (Accipiter gentilis); sie sind mit maximal 38 cm Gesamtlänge gewissermaßen die »verkleinerte Ausgabe« dieses wendigen Vogeljägers (Habichte). Auch Sperber jagen im abwechslungs- und deckungsreichen Gelände der bewaldeten Gebiete Europas, Nordafrikas und Asiens (südwärts bis zum Himalaya und ostwärts bis Ostsibirien und Japan). Sie ergreifen aus dem Pirschflug heraus kleinere Vögel, wobei der Überraschungseffekt und eine kurze, schnelle Verfolgungsjagd die typische Jagdmethode bilden.
Gestalt und Beute Männliche Sperber (Gewicht 100-165 g) erbeuten überwiegend Singvögel bis zur Größe einer Drossel (etwa bis 15 g Gewicht), während die deutlich kräftigeren Weibchen (etwa Turmfalkengröße, Gewicht 190-310 g) häufiger auch größere Beutetiere wie z. B. Häher, Tauben und bisweilen sogar Bläßhühner oder Krähen schlagen. Die schwersten bekannten Beutetiere von Sperberweibchen wogen 350-500 g.
Das Erscheinen eines Sperbers löst bei potentiellen Beutetieren - also kleineren Vögeln - heftige Aufregung aus. Über 90% aller geschlagenen Tiere sind Vögel; nur selten fangen Sperber auch einmal Kleinsäuger.
Brutbiologie Sperber werden meist schon im 1. Lebensjahr geschlechtsreif und leben häufig in Dauerehe zusammen; jedoch sind auch häufiger wechselnde Brutpartner bekannt. Je nach Verbreitungsgebiet sind Sperber Stand-, Strich- und Zugvögel; in Mitteleuropa wandern Sperber nur unregelmäßig und über kurze Strecken.
Sperber nisten hauptsächlich auf Nadelbäumen (Fichten, Kiefern), Buchen etc. in Mischwäldern, aber auch in hohen Büschen und Dickichten. Der Nestbau beginnt schon Mitte Februar. Die Brutperiode beginnt gegen Ende April bis Mai. Allein das Weibchen erbrütet 33-35 Tage lang das aus 4 -6 Eiern bestehende Gelege (Legeabstand 2-3 Tage, Brutbeginn meist ab 2. oder 3. Ei) und wird währenddessen vom männlichen Partner gefüttert (geatzt). Die schlüpfenden Jungen tragen weiße, kurze und schüttere Dunen, die sie später gegen ein zweites dichteres und oben bräunlich bis rötlich gefärbtes Dunenkleid auswechseln.
Anfänglich füttert und hudert nur das Weibchen (4 -5 Tage lang), während später beide Altvögel Nahrung für die Jungen heranschaffen. Diese werden schließlich im Alter von 24 -30 Tagen flügge, kehren aber anfangs abends noch zum Horst zurück. Erst mit etwa 35 Tagen folgen junge Sperber ihren Eltern im Familienverband und werden schließlich im Alter von 6 Wochen selbständig.