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Stelze

StelzeWissenschaftliche Bezeichnung:
Motacillidae

Natürliche Verbreitung:
globale Vorkommen

In der Färbung des Gefieders unterscheiden sich die Pieper (Gattung Anthus u. ä.) erheblich von den Stelzen und der Baumstelze. Während die Stelzen (Gattung Motacilla) lebhaft grün, grau, schwarz, weiß oder gelb gezeichnet und die Geschlechtsunterschiede meist ausgeprägt sind, sind die Geschlechter der lerchenartig gefärbten Pieper äußerlich kaum zu unterscheiden. Trotzdem werden diese Gattungen zur Familie der Stelzen zusammengefaßt. Der Körper ist langgestreckt, der Schnabel zart und gerade; der lange Lauf und die spornartig verlängerte Hinterzehe weisen darauf hin, daß es sich um Bodenbewohner handelt.

Gattungsgruppe Stelzen (Motacillini) Die Stelzen sind weltweit, doch schwerpunktmäßig in der Alten Welt verbreitet; die Arten der nördlichen Halbkugel sind vorwiegend Zugvögel. Ihr Name beruht auf einer typischen Verhaltensweise: der lange Schwanz wird hoch aufgerichtet, d. h. gestelzt, getragen. Wenn sie schnell über den Boden trippeln, wippt der Schwanz unverkennbar auf und ab (»Wippstert«). Hiervon macht nur die Baumstelze eine Ausnahme, die ohnehin in eine eigene Gattung (Dendroanthus) gestellt wird. Sie ist auch ein Waldbewohner, während die Vertreter der Gattung Motacilla Wiesen, Prärien und alpine Matten bis zu einer Höhe von 4500 m bewohnen. Gebrütet wird am Boden, in natürlichen oder künstlichen Höhlungen oder auf Bäumen. Das napfförmige, unordentlich aus Halmen, Moos, Laub und anderen Pflanzenfasern gebaute Nest enthält 2-6 braune oder graue Eier. Die Jungen der Stelzen haben schon beim Schlüpfen auf der Oberseite ein dichtes Dunenkleid.

Gattung Motacilla Die Bachstelze (Motacilla alba) und die Gelbe Bachstelze oder Schafstelze (M. flava) sind in ganz Europa, Nordafrika, Kleinasien und in fast ganz Asien bis zum Pazifik verbreitet. Im Gegensatz zum Namen ist die Bachstelze auch in trockenen Gebieten zu Hause, während die Schafstelze eng ans Wasser gebunden ist. Die Gebirgsstelze (M. cinerea) ist im nördlichen Europa recht selten; ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Süd- und Mitteleuropa, Vorder- und Zentralasien bis nach Kamtschatka. Sie lebt aber vorzugsweise in der Nähe kleiner, schnell fließender Gewässer und ist daher in den Ebenen selten anzutreffen.

Lebensweise In ihrem Wesen sind die Stelzen recht lebhaft. Eifrig suchen sie am Boden nach kleineren Würmern und Insektenlarven; erwachsene Insekten schnappen sie auch gern aus der Luft oder in seichten Gewässern. Die tierische Nahrung wird durch weiche Sämereien ergänzt. Die Bachstelze hat sich zu einem Kulturfolger entwickelt, der sogar auf vielbefahrenen Landstraßen geschickt nach getöteten Insekten sucht.

Brut Die Bachstelze brütet überall, wo sich nur Nistgelegenheiten bieten: Holzstöße, Mauernischen, überdachte Schuppen u. ä. Die meist 5 oder 6 Eier sind auf hellbraunem Grund vielfältig gefleckt oder gestrichelt. In Mitteleuropa werden von Mai bis Juli 2-3 Bruten (Brutdauer 12 Tage) aufgezogen. Meist brütet das Weibchen. Beide Eltern teilen sich die Fütterung.

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