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Baumschliefer

Dendrohyrax

Herkunft: Afrika

Die Baumschliefer umfassen als ursprünglichste Gruppe der Schliefer 3 Arten, die sich unter anderem aufgrund ihrer bevorzugten Lebensräume unterscheiden: 1. Regenwald-Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis), 2. Bergwald-Baumschliefer (Dendrohyrax validus) und 3. Steppenwald-Baumschliefer (Dendrohyrax arboreus).

Regenwald-Baumschliefer (Dendrohyrax dorsalis)
Mit dem Regenwald-Baumschliefer stellt sich uns die urtümlichste Schlieferart überhaupt vor. Sein rauhes Fell ist dunkel bis schwarz, doch kommen gelegentlich auch helle bis weiße Formen vor. Die um die Rückendrüse herum stehenden Haare sind weiß und viel länger als die des übrigen Pelzes. Der Nasenspiegel ist nackt. Diese ausgesprochen baumbewohnende Schlieferart lebt im tropischen Regenwald Afrikas von Liberia bis Zaire und Uganda. Durch ihre dunkle Fellfärbung und ihre nächtliche Lebensweise wurden die Tiere bisher in freier Wildbahn kaum beobachtet. Unser karges Wissen beruht daher zum großen Teil auf Mitteilungen von Einheimischen und auf Zoobeobachtungen.

Lebensweise
Die Regenwald-Baumschliefer führen ein verborgenes und einzelgängerisches Leben. Sie leben nicht wie die Klippschliefer in Kolonien mit vielen Tieren, sondern legen Nester in Baumhöhlen an, hoch über dem Erdboden. Trotz ihres plumpen Körperbaus und ihrer kurzen Extremitäten bewegen sie sich behende im Astwerk der Urwaldriesen. Teilweise klettern sie in der Art der Kaminkehrer, indem sie sich mit den Krallen in der Rinde eines Baumes verankern und sich mit dem Rücken gegen einen anderen, dicht danebenstehenden Baum stemmen. Von Ast zu Ast hangeln sie, indem sie ihre Hinterpfoten in einem Ast festkrallen, sich dann mit dem Körper hängen lassen, um sich schließlich zu einem niedrigeren Ast hinunterzuschwingen.

Geschrei
Das Charakteristischste der Regenwald-Baumschliefer ist jedoch ihr Geschrei, das aber nur von den Männchen zu hören ist und zu den typischen Lauten der afrikanischen Nacht gehört. Solch ein Schrei besteht aus einer einzigen, lang anhaltenden und in der Lautstärke ständig anschwellenden Reihe von Rufen. Eine solche Rufreihe wiederum setzt sich aus bis zu 130 einzelnen Rufen zusammen, die über 5 Minuten lang ausgestoßen werden. Begonnen wird mit leisen, klagenden Drr-drr-Lauten und geendet in schrillen Kreischtönen. Diese Lautgebung dient weniger der Partnersuche als vielmehr der akustischen Revierbegrenzung.

Reviermarkierung
Unterstützt wird diese akustische Reviermarkierung durch ein ausgeprägtes Markierungsverhalten mit Hilfe von Kot und Urin. Die Kotmarken werden stets an denselben Plätzen abgesetzt. Beim Markieren rutschen die Männchen mit dem ganzen Bauch über die zu markierende Fläche und geben mit ihrem nach hinten gerichteten Penis einige Tropfen Urin ab.

Fortpflanzung
Nur zur Paarung geben die Regenwald-Baumschliefer kurzfristig ihr Einzelleben auf. Nach wahrscheinlich 7-8 Monaten Tragzeit bringen die Weibchen meist nur ein Junges zur Welt, das bei der Geburt nur 300-350 g wiegt. Die Jungen sind sehr kontaktbedürftig und werden rund 3 Monate lang gesäugt. Mit 17 Monaten werden die Jungen geschlechtsreif. In Gefangenschaft werden Regenwald-Baumschliefer über 3 Jahre alt.

Nahrung
Als Nahrung dient ihnen das Blattwerk der großen Urwaldbäume.

Gefährdung
Durch Bejagung, vor allem aber durch die Vernichtung der Regenwälder sind Regenwald-Baumschliefer heute gefährdet.

Bergwald-Baumschliefer (Dendrohyrax validus)
Die Bergwald-Baumschliefer besitzen gegenüber den Regenwald-Baumschliefern ein sehr viel weicheres und dichteres Fell und eine behaarte Nase. Auch ist die Rückendrüse von gelblichen Haaren umstanden. Wie der Name schon andeutet, besiedeln sie die Bergwaldregionen Afrikas, namentlich um den Kilimandscharo und die Usambara-Berge. Dort, wo der Wald als Folge der Kultivierung verschwunden ist, haben sie sich in höchstem Maße an das Leben auf felsigem Untergrund angepaßt.

Steppenwald-Baumschliefer (Dendrohyrax arboreus)
Die Steppenwald-Baumschliefer zeichnen sich durch ihr besonders dichtes und feines Haar aus und in vielen Formen durch dicht behaarte Ohren und eine behaarte Nase. Sie haben sich am besten an das Leben außerhalb von Wäldern angepaßt, obwohl auch sie eigentlich in den Küsten- und Mischwäldern in Süd- und Ostafrika zu Hause sind.

In ihrer Lebensweise unterscheiden sich die Bergwald- und Steppenwald-Baumschliefer etwas von den Regenwald-Baumschliefern. Bei ihnen verlagert sich der Lebensraum mehr von den Bäumen auf den Boden, wo einige von ihnen sogar, ähnlich den Klippschliefern, in großen Kolonien zwischen Felsblöcken und in Lavamassen wohnen. Daß aber bei ihnen die Harmonie auch nicht so ganz ungetrübt ist, deuten die lautstarken nächtlichen Zänkereien an, die sich deutlich von den Lautgebungen der Regenwald-Baumschliefer unterscheiden. Auch hier dürften hauptsächlich die Männchen die lautgebenden Tiere sein.




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