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Dammhirsch

dama

Herkunft: Europa, Asien

Vom Damhirsch sind 2 Unterarten oder geographische Rassen bekannt, der Europäische Damhirsch (Dama dama dama) und der Mesopotamische Damhirsch (Dama dama mesopotamica).

Verbreitung
Der Europäische Damhirsch bewohnte bis zur Eiszeit und während der Zwischeneiszeiten weite Teile Europas, darunter auch Länder nördlich der Alpen. Mit dem letzten Eisvorstoß zog sich diese Unterart in den Mittelmeerraum zurück. Wie weit hier ihre Verbreitung reichte, ist nur ungenügend bekannt.

Vom Balkan aus, wo der Damhirsch nach der Eiszeit noch vorkam, wanderte er nach Mitteleuropa zurück. Die meisten Damhirsche wurden jedoch durch den Menschen wieder in Europa eingebürgert. So reicht das heutige Verbreitungsgebiet bis Südschweden und Südnorwegen, England, Polen und Rumänien. Als beliebtes Parkwild wurde der Damhirsch auch in Überseeländern angesiedelt, z. B. Neuseeland, Nordamerika und Chile. Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet, in den Mittelmeerländern und Kleinasien, wurde der Damhirsch weitgehend ausgerottet.

Die Verbreitung des Mesopotamischen Damhirsches reichte ursprünglich von Palästina über Syrien bis Persien. Heute leben nur noch wenige Tiere im Grenzgebiet zwischen Iran und Irak in der Provinz Chusistan.

Gestalt
Der Europäische Damhirsch erreicht 90 cm Körperhöhe und ein Gewicht von 120 kg. Dieser Hirsch ist hinten leicht überbaut. Weitere Merkmale sind: langer Schwanz, vorspringender Kehlkopf, kurzer Kopf, große, weit auseinanderstehende Augen, gut entwickelte Voraugendrüse, Fehlen des oberen Eckzahnes. Das rötlichbraune Sommerfell hat ein lebhaftes Muster weißer Punktflecken, auf der Rückenmitte verläuft ein schwarzer Aalstrich. Die Hinterkeulen bilden einen schwarz eingerahmten weißen Spiegel, der durch den auf seiner Oberseite schwarzen Schwanz in der Mitte geteilt wird. Damwild wird in einer Reihe von Farbmutationen gezüchtet, so gibt es schwarze, weiße und »porzellanfarbene« Varianten. Kälber der weißen Form werden gelblichbraun geboren. Das Winterfell ist schwarzbraun ohne deutliche Fleckung.

Das voll entwickelte Geweih hat Augsprosse, Mittelsprosse und am Ende der Stange eine Schaufel, die 4 oder 5 nach rückwärts gerichtete Sprossen in eine Verbreiterung der Stange mit einbezieht. Im Mai oder Juni wird das Geweih abgeworfen.

Der Mesopotamische Damhirsch übertrifft seinen Verwandten etwas an Körpergröße. Sein Schwanz ist kürzer. Die weißen Flecken neben der Rückenmitte fließen beiderseits des Aalstriches zu einem weißen Streifen zusammen. Im Nacken und auf dem Widerrist wächst das Fell besonders dicht.

Die Geweihstange bildet keine deutliche Endschaufel, doch ist sie im unteren Drittel und an der Mittelsprosse verbreitert.

Lebensraum
Der bevorzugte Lebensraum dieser Art sind lichte Mischwälder in der Ebene und im Mittelgebirge. Damwild ist jedoch sehr anpassungsfähig. So gedeiht ein Bestand in den Dünen von Norderney.

Lebensweise
Trotz ihrer Zahmheit in Wildparks sind Damhirsche in freier Wildbahn ebenso scheu wie andere Hirsche. Das gute Sehvermögen, bedingt durch Größe und Stellung der Augen, läßt das Damwild Gefahren frühzeitig erkennen. Geruch und Gehör sind gut entwickelt.

Damwild ist ziemlich standorttreu. Erwachsene Hirsche (Böcke) einerseits und Alttiere zusammen mit Kälbern und geringen Hirschen andererseits bilden außerhalb der Paarungszeit getrennte Rudel, die 20-100 Exemplare umfassen können.

Fortpflanzung
Die Brunft des Damwildes schließt sich ab Mitte Oktober an die der Rothirsche an. Brunftige Hirsche kämpfen miteinander, indem sie ihre Schaufeln krachend gegeneinander schlagen. Geringe Hirsche werden vertrieben und bilden zeitweilig Junggesellenrudel. Der Brunftschrei ist ein rauhes Husten oder Rülpsen. Ein Platzhirsch schart etwa 8 weibliche Tiere um sich.

Nach einer Tragzeit von 230 Tagen setzt das Tier ein Kalb. Gelegentlich können es auch 2 oder 3 sein. Während der ersten beiden Lebenswochen wird das Kalb an versteckter Stelle abgelegt und nur zum Säugen aufgesucht. Das Damtier verteidigt sein Junges durch Schläge mit den Vorderläufen.

Nahrung
Damhirsche sind Gras- und Laubfresser. Sie beknabbern auch Bäume, doch richten sie nicht derartige Schälschäden an wie das Rotwild.

Wiederentdeckung des Mesopotamischen Damhirsches
Diese Unterart galt seit 1951 bereits als ausgestorben. 1955 gelangte jedoch die Kunde von einem Hirschvorkommen in der Provinz Khusistan nach Europa. Deutschen Zoologen gelang es 1957, einen kleinen Restbestand des Mesopotamischen Damhirsches aufzuspüren. In dem Bemühen um die Erhaltung und Weiterzucht brachten sie ein Hirschpaar in den Opelzoo nach Kronberg, wo erfolgreich eine Zucht aufgebaut wurde. Auch im Iran ist man heute um den Schutz und die Weiterzucht des Mesopotamischen Damhirsches bemüht, doch gibt es hier wohl nur noch etwa 150 Tiere, die überwiegend in Gehegen leben. Ein Überleben dieser Unterart im Freiland scheint heute eher ungewiß.




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