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Eisbär

Ursus maritimus

Herkunft: arktische Gebiete

Der Eisbär unterscheidet sich in seinem Äußeren so wesentlich von dem Braunbären, daß man ihn lange in eine eigene Untergattung Thalarctos stellte. Heute gehen die Ansichten der meisten Zoologen dahin, daß man den Eisbären ebenfalls der Gattung Ursus zurechnet.

Gestalt
Der Eisbär ist nach dem Kodiak- und dem Kamtschatkabär (Braunbär) der drittgrößte Vertreter seiner Familie. Er lebt auf den Inseln, Küsten und Eisfeldrändern des zirkumpolaren, nördlichen Eismeeres. In seiner Gestalt ist er durch das glatt anliegende, weiße bis gelbliche Fell schlanker als die Braunbären. Weil der Eisbär hinten überbaut ist, sind seine Beine (ähnlich wie beim Schwarzbär) relativ länger als die der Braunbären, und die Fußsohlen sind mit Ausnahme der Ballen behaart. Der Kopf ist schlank und hat (wie beim Schwarz- und beim Kragenbär) eine nahezu gerade Stirn-Nasenrücken-Linie. Der Hals ist verhältnismäßig lang. Die Zehen der Füße sind mit ziemlich kurzen, kräftigen, gebogenen Krallen versehen und bis zur halben Länge mit Spannhäuten verbunden, die als Schwimmhäute dienen. Entsprechend der Kälte in seinem nordischen Lebensraum besitzt der Eisbär kleine, abgerundete Ohrmuscheln.

Lebensweise
Eisbären sind Tagtiere und in der Regel Einzelgänger, die in ihrem Lebensraum, den arktischen, hügeligen Inseln und den Eisfeldern, weite Wanderungen unternehmen. Einige Populationen sollen aber nach neuesten Untersuchungen standorttreu sein, wie zum Beispiel die Eisbären auf der Wrangel-Insel.

Im allgemeinen jedoch erweisen sich die Eisbären bei ihren Wanderungen rings um den Nordpol, die der Ost-West-Eisdrift folgen, als ausdauernde Läufer. Kraftsparend heben sie ihre Beine nur sehr wenig, sondern schwingen sie im Halbkreis nach vorne; dabei beschreiben sie mit den Vorderbeinen einen Bogen nach innen, mit den Hinterbeinen dagegen einen Bogen nach außen. Trotz ihres hohen Gewichtes klettern Eisbären erstaunlich geschickt und schnell in steilem Fels und Packeis. Obwohl sie keine Beute im Wasser erlegen, schwimmen sie ausgezeichnet und ausdauernd, sie können bis zu zwei Minuten tauchen, gehen dabei jedoch selten tiefer als anderthalb bis zwei Meter unter die Wasseroberfläche. Die Struktur des Felles, das das Wasser sehr schnell ablaufen läßt, ist für dieses Wasserleben außerordentlich günstig.

Ernährung
Eisbären sind die ausgeprägtesten Fleischfresser unter den Großbären. Sie machen am liebsten Jagd auf Robben, besonders auf Ringelrobben. Im Frühjahr, nach der Winterruhe, schlagen sie gerne neugeborene Robben, während sie später im Jahr Altrobben bevorzugen, die sich gerade im Haarwechsel befinden. Von ihrer Beute fressen die Eisbären fast ausschließlich den Speck und besonders die Därme, mit deren Inhalt sie sich wichtige Nährstoffe einverleiben. Die Altrobben beschleicht der Eisbär an Land oder er nähert sich den Robben unter Wasser, taucht dann plötzlich vor ihnen aus dem eisfrei gehaltenen Atemloch und tötet sie mit einem Prankenhieb.

Jungrobben gräbt er aus den manchmal bis zu zwei Meter unter dem Schnee liegenden Höhlen aus. Er wittert dabei die Robbenhöhlen, die von außen durch nichts erkennbar sind, durch die meterdicke Schneedecke hindurch: ein Beweis seines ausgezeichneten Riechvermögens. Erstaunlich geduldig ist der Eisbär, wenn er an den Atemlöchern der Robben im Eis stundenlang lauert. Taucht schließlich eine Robbe auf, so schmettert er sie mit einem Prankenhieb gegen die Eiskante, um sie zu töten. Im Sommer wird auch der Eisbär zum Allesfresser, der Lemminge und Lachse erbeutet und auch mit Aas vorliebnimmt. Er verachtet jetzt auch pflanzliche Kost nicht und sucht nach Beeren und Früchten.

Fortpflanzung
Sobald die Witterung schlecht wird und die Nahrungssuche allzu beschwerlich, gräbt sich der Eisbär in einer großen Schneewehe eine Höhle und läßt sich bis zum Frühjahr einschneien. Vor den anfangs noch offenen Eingang der Höhle baut er von innen einen Schneewall, um die Zugluft ein wenig zu mindern. Hier bringt auch die Bärin, die nur während der kurzen Ranzzeit von April bis Mai mit einem Männchen zusammenlebt, nach einer Tragzeit von etwa 8 Monaten 1-3 (meistens jedoch zwei) 540-660 g schwere, sehr unterentwickelte Junge zur Welt. Sie hält die Kleinen zwischen ihren Pfoten an die Brust gedrückt, wo sie auch die Zitzen finden.

Der Gehörgang der Jungen öffnet sich nach dem 18.-26. Tag. Die ersten Gehversuche machen die Jungen nach dem 45.-60. Tag. Nach etwa 4-5 Monaten verläßt die Bärin mit den Jungen die Höhle, bleibt aber anfangs noch ganz in ihrer Nähe. Sie beschützt ihre Kinder energisch und läßt niemanden an sie heran, besonders keine Artgenossen, die sich in dieser Zeit zur größten Gefahr für die Jungen entwickeln. Im ersten Lebensjahr der Jungen meidet die Bärin das Wasser; im nächsten Winter bezieht sie mit ihnen gemeinsam eine Schneehöhle. Falls sie im darauffolgenden Jahr nicht wieder gedeckt wird, überwintert sie auch noch ein zweites Mal mit den Jungen. Danach gehen die jungen Eisbären ihre eigenen Wege, werden aber erst mit 33/4 bis 43/4 Jahren geschlechtsreif.

Gefährdung
Eisbären haben in der Natur keine Feinde. Dadurch zeigen sie auch allem Fremden gegenüber wenig Scheu, sondern sind ausgesprochen neugierig. Wenn sie nicht gerade ranzen oder die Weibchen Junge führen, sind Eisbären auch wenig aggressiv gegen Artgenossen. Treffen einmal mehrere Eisbären aufeinander, nehmen sie in der Regel wenig Notiz voneinander. Dieses Verhalten kann sich in Gefangenschaft aber grundlegend ändern. Hier können Eisbären in ihrem Wesen aggressiv werden, so daß sie den unberechenbaren Kragenbären um nichts nachstehen.

In der Natur haben Eisbären jedoch nur einen Feind: den Menschen. Er jagt sie hauptsächlich ihres wertvollen Pelzes wegen, weniger wegen ihres ohnehin stark trichinenhaltigen Fleisches. Bis heute gibt es keine zuverlässigen Bestandsschätzungen. Nach Meinung mancher Fachleute gibt es möglicherweise nur noch 7000 wildlebende Eisbären, andere rechnen noch mit einem Bestand von 20 000. In Rußland ist der Eisbär heute vollkommen geschützt, während in Nordamerika und Skandinavien noch eine kontrollierte Bejagung stattfindet.




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