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Eisvogel

Alcedo atthis

Herkunft: Südostasien, Australien

Der Europäische Eisvogel (Alcedo atthis), kurz »Eisvogel« genannt, ist der einzige europäische Vertreter der artenreichen Familie der Eisvögel, deren Hauptverbreitungsgebiet im südostasiatischen und australischen Raum liegt. Er ist in neun Unterarten über Europa bis nach Asien (Sri Lanka, Salomonen) zu finden.

Gestalt
Mit seiner metallisch blau bis blaugrün glänzenden Oberseite, seiner weißen Kehle, der rötlichen Unterseite und den ziegelroten Beinen ist der etwa 17 cm große Eisvogel zweifellos einer der farbenprächtigsten Vögel seines Verbreitungsraumes.

Lebensweise
Trotzdem wird er oft übersehen, weil er entweder am Rande eines Gewässers unbeweglich im Geäst sitzt, um von dort pfeilschnell zum Beutefang in das Wasser zu tauchen, oder weil er ebenso schnell und geradlinig über die Wasseroberfläche dahinsaust. Nur manchmal hält er sich auch »rüttelnd« an der Wasseroberfläche auf, bis er seine Beute packt. Mit dem Fisch im Schnabel kehrt er meist an seinen alten Standort zurück. Hier wird der Fisch erst zurechtgeschüttelt, bis er sich in Längsrichtung zum Schnabel befindet und hinuntergeschluckt werden kann. Stichlinge schlägt er so lange auf einen Ast, bis die Stacheln abgebrochen sind. Oft hört man nur sein hohes Pfeifen, das er im Fluge ertönen läßt.

Der Eisvogel liebt klares Wasser. Die zunehmende Verschmutzung der Gewässer verdrängt die Vögel aus ihrem Lebensraum. Auch strenge Winter dezimieren den Bestand stark, denn der Eisvogel ist ein Standvogel und für den Beutefang auf eisfreie Stellen in den Gewässern angewiesen. Wenn alles zugefroren ist, muß er verhungern. Obwohl die Vögel die ziemlich großen Reviere sonst energisch verteidigen, kann man an solchen Futterstellen im Winter auch kleinere Gruppen von Eisvögeln entdecken. Fischzuchtanstalten sind ein ideales Nahrungsreservoir, weshalb der Eisvogel bei den Züchtern mit gemischten Gefühlen betrachtet wird. Er sammelt hauptsächlich kleine und kranke Fische aus den Schwärmen heraus, hat aber doch einen gewaltigen Appetit. So hat man ihn bedauerlicherweise gerade an Fischteichen stark bekämpft. Wird das Futter knapp, weicht der Eisvogel auch auf andere Beutetiere wie kleine Krebse, Reptilien und Wasserinsekten aus.

Fortpflanzung
Im Frühling beginnt die Balz, das Männchen trägt seinen Lockgesang vor und bietet einem herbeigerufenen Weibchen so lange Fische an, bis es paarungswillig ist. Das Nest, einen regelrechten Erdbau, baut das Paar gemeinsam, zumeist an Steilufern über langsam fließenden Gewässern, manchmal aber auch in größerer Entfernung vom Wasser und in Ausnahmefällen sogar in einem Mauerloch. Zunächst mit dem Schnabel, dann mit den Füßen wird ein 30-100 cm langer Erdgang in die Steilwand gegraben, der an seinem Ende zu einer Nisthöhle erweitert wird. Die Nistkammer wird nicht ausgepolstert, aber nach und nach mit ausgewürgten Gräten und anderen Nahrungsresten ausgelegt.

Ab April bis Juni oder Juli legt das Weibchen die 6-8 (selten bis 10) weißen und stark glänzenden Eier. Beide Partner brüten 19-21 Tage lang, bis die noch nackten Jungen schlüpfen. Eisvögel sind Nesthocker und müssen noch 23-27 Tage von den Eltern versorgt werden, bis sie endlich ausfliegen können. Dann aber müssen sie das Fischefangen erst selber mühsam erlernen. Weil sie im Anfang noch ungeschickt sind, gehen dabei zahlreiche Jungvögel nach zahlreichen vergeblichen Versuchen elend zugrunde. Die anderen vereinzeln sich bald, auch die Eltern trennen sich wieder, wenn nicht in der gleichen Nistkammer eine zweite Brut hochgezogen wird. Eisvögel halten das Nest nicht sauber, so daß es schon lange vor dem Ausfliegen einen üblen Geruch ausströmt. Die Altvögel können daher in der Fütterungszeit oft dabei beobachtet werden, wie sie beim Beutefang ihr Gefieder reinigen. Aufgrund seiner Schönheit wurde der Eisvogel Gegenstand zahlreicher alter Sagen und Legenden, im Volksmund wird er auch »Fliegender Edelstein« oder das »Juwel der Binnengewässer« genannt.

Gefährdung
Bei uns steht der Eisvogel inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.




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