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Feldmäuse

Microtus

Herkunft: Europa, Asien

Die Feldmäuse der Gattung Microtus umfassen etwa 50 Arten. Sie sind für den Menschen wirtschaftlich von größter Bedeutung. Verschiedene Arten dieser Wühlmäuse neigen zu periodisch wiederkehrenden Massenvermehrungen, wodurch es zu den gefürchteten Mäuseplagen kommen kann und der Landwirtschaft Millionenschäden entstehen. Diese riesigen Populationen (»Bevölkerungen«) brechen aber mit dem einsetzenden Nahrungsmangel und durch die zu hohe Populationsdichte immer wieder zusammen, um nach einiger Zeit wieder neu aufzuleben. Der Ökologe bezeichnet solche Populationsschwankungen als Massenwechsel.

Feldmäuse werden besonders in Getreide-, Klee- und Rübenfeldern schädlich. In Feldscheunen machen sie sich über die eingelagerten Feldfrüchte her. Neben der wirtschaftlich wichtigsten Art, der Feldmaus (Microtus arvalis), sollen einige weitere wichtige europäische Arten kurz erwähnt werden.

Feldmaus (Microtus arvalis)
Sie ist in Mitteleuropa das häufigste Säugetier. Sie läßt sich von der sehr ähnlichen Erdmaus durch die etwas hellere, braun- bis gelbgraue Farbe und die größeren Augen unterscheiden. Die Körperlänge beträgt 9-12 cm, der kurze Schwanz wird rund 4 cm lang.

Lebensweise
Die Feldmaus besiedelt besonders Felder und Wiesen, ist aber auch am Strand, in Heidelandschaften und offenen Kiefernwäldern zu finden. Sie lebt kolonieweise. Ihre oberflächlich liegenden Gangsysteme enthalten eine Nestkammer, Vorratskammern und Fluchtröhren. Die Ausgänge sind oberirdisch durch feste Wechsel verbunden. Diese Laufgänge werden im Winter unter der Schneedecke mit geflochtenem Gras und Erde übertunnelt, so daß sie weiterhin benutzt werden können. Nach dem Abtauen des Schnees erhält man ein eindrucksvolles Bild von der winterlichen Aktivität dieser Mäuse. In den Laufgängen sind besondere Kotstellen eingerichtet. Auch wenn sich die Feldmaus zur Nahrungssuche weiter vom Bau entfernt, benutzt sie meist dieselben Wege. Sie entfernt sich bis zu einem halben Kilometer vom Nest, wobei sie auch Gewässer durchschwimmt.

Die Feldmaus ist tag- und nachtaktiv. Ruhe- und Aktivitätsperioden wechseln sich in mehrstündigem Rhythmus ständig ab.

Fortpflanzung
Die Feldmaus vermehrt sich außerordentlich rasch. Nach rund 20 Tagen werden 3-12, meist 5 Junge geboren. Die neugeborenen Weibchen sind schon nach 13 Tagen paarungsbereit. Im Jahr sind bis zu sieben Würfe möglich. Ein einziges Mäusepaar kann im Jahr theoretisch über 2000 Nachkommen haben!

Ernährung
Die Feldmaus kann sehr schädlich werden. Sie frißt Feldfrüchte wie Getreide, Klee und Rüben, Gräser und Rinde. Bei günstigen Nahrungsbedingungen kommt es oft zu Massenvermehrungen. Bei hohen Populationsdichten kann es dann vorkommen, daß bis zur Hälfte des Getreideertrages vernichtet wird. Nach solchen Mäuseplagen kommt es aber immer wieder durch Nahrungsmangel und zu hoher Individuendichte zu Zusammenbrüchen der Populationen.

Die Feldmaus dient ihrerseits einer Reihe von Feinden als Nahrung. Vor allem von Greifvögeln, Eulen, Füchsen und Mauswieseln wird sie erbeutet.

Erdmaus (Microtus agrestis)
Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 9,5-12,5 cm ist sie etwas größer als die Feldmaus. Ihr Fell ist mehr braun, die Haare länger. Die Erdmaus bevorzugt feuchtere Lebensräume als die Feldmaus, der sie in Lebensrhythmus und Fortpflanzung jedoch weitgehend gleicht. Die Erdmaus baut ihr Nest meist über der Erde aus Pflanzenmaterial. Die Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern und Kräutern, bei Nahrungsmangel auch aus Rinde. Sie kann daher in Aufforstungen sehr schädlich werden.

Schneemaus (Microtus nivalis)
Sie ist die hellste unserer einheimischen Wühlmäuse: Die Fellfarbe reicht von Hell- bis Silbergrau. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 12-14 cm ist sie größer als Feld- und Erdmaus. Die Schneemaus ist ein Hochgebirgsbewohner, sie bevorzugt sonnige, felsige Stellen. Das Nest ist meist in Felsspalten. Die Nahrung der Schneemaus besteht aus Gräsern, Alpenkräutern und Samen. Sie kann gut klettern und springen. Ein Wurf besteht aus 2-7 Jungen. Die Schneemaus gilt bei uns als potentiell gefährdet.

Sumpfmaus (Microtus oeconomus)
Sie ähnelt sehr der Erdmaus, besitzt aber ein kürzeres Fell und einen längeren Schwanz. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 10-12 cm. Vorkommen gibt es noch in der Mark Brandenburg, während sie in den westlichen Bundesländern wahrscheinlich nicht mehr vorkommt. Nach Osten erstreckt sich ihre Verbreitung bis nach China. Sie bevorzugt sehr feuchte Gebiete, z. B. Ufer, Sümpfe und Erlenbrüche. Das Nest wird an trockenen Stellen im Schilf oder auf Seggenhügeln angelegt. Die Sumpfmaus gräbt weniger als die anderen Feldmäuse. Als Nahrung liebt sie besonders die äußere Haut von Binsenstengeln. Das Weibchen wirft 4-9 Junge.

Die Sumpfmaus steht bei uns auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.




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