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Gleitbeutler

Petauridae

Herkunft: Australien, Neuguinea

Die Beuteltiere nutzen alle Lebensräume des Festlandes. Obwohl es keine echten Flieger unter ihnen gibt, dringen einige, wie die Gleitbeutler, mit weiten Sprüngen und Gleitflügen in den Luftraum vor.

Gestalt
Diese Tiere sind etwa siebenschläfer- bis katzengroß und erinnern in ihrem Aussehen an Schläfer oder Eichhörnchen. Ihr Kopf ist meist kurz, mit spitzer Schnauze. Die mittelgroßen, breiten Ohren sind fast nackt. Das wollig weiche, dichte Fell ist oberseits grau oder graubraun bis dunkelbraun gefärbt, unterseits weiß bis hellgrau oder orange. Vom 5. Finger bis zum Fußgelenk spannt sich seitlich am Körper eine behaarte Gleitflughaut. In Ruhe, beim Laufen oder Klettern ist sie zusammengezogen und im Körperfell verborgen. Dadurch erscheinen diese Tiere erheblich dicker und plumper, als sie in Wirklichkeit sind. Der lange Schwanz ist buschig behaart und zum Festhalten an Zweigen geeignet. Die Finger werden vom 1. zum 5. hin länger.

Lebensweise
Am besten weiß man heute über die Lebensweise des Kurzkopfgleitbeutlers (Petaurus breviceps) Bescheid. Er bewohnt die Baumkronen der Hartlaubwälder und lichten Waldgebiete im Osten Australiens. In hohlen Bäumen oder Astlöchern bauen die Tiere ihre Nester aus Laub und Gras. Dort verschlafen sie den Tag und kommen erst bei Nacht heraus. Mit ihren großen, dunklen Knopfaugen, die die Tiere so anmutig erscheinen lassen, könnten sie auch noch bei spärlichem Licht sehen. Das ausgezeichnete Gehör, der feine Geruchssinn und die zahlreichen, empfindlichen Tasthaare sind eine hervorragende Anpassung an die nächtliche Lebensweise. Bei Tag wirken ihre Bewegungen langsam und verschlafen. Nachts dagegen werden sie sehr lebhaft, huschen kopfüber, kopfunter an Ästen und Stämmen entlang und springen so schnell von Baum zu Baum, daß man ihnen mit den Augen kaum folgen kann. Aus diesem Grund werden sie auch sehr oft nicht erkannt.

Kurzkopfgleitbeutler leben in Familiengruppen, die aus mehreren Weibchen und Männchen bestehen. Der Sippenzusammenhalt wird durch den gemeinsamen Sippenduft hergestellt, und zwar kennzeichnen die ranghohen männlichen Tiere die übrigen Sippenmitglieder mit Hilfe ihrer Drüsensekrete. Fremde Tiere, denen der Sippengeruch fehlt, werden heftig angegriffen.

Nahrung
Gleitbeutler ernähren sich von Insekten, aber auch von Baumsäften, Pollen und Nektar.

Fortbewegung
Gleitbeutler sind schnelle, geschickte Kletterer und vorzüglich an das Leben in den Bäumen angepaßt. Bei kurzen Sprüngen von Ast zu Ast erkennt man kaum Unterschiede zu den übrigen Kletterbeutlern. Gilt es aber, größere Abstände zu überwinden, so spreizen sie alle 4 Gliedmaßen weit vom Körper ab und breiten dadurch die Flughaut aus. Sofort verlieren sie alle Plumpheit und scheinen auseinanderzufließen. Die Zwergflugbeutler sollen von hohen Bäumen aus Weiten von fast 50 m erreichen. Im Flug verwenden sie ihren langen, buschigen Schwanz sehr geschickt als Steuerorgan. Sie fangen sogar im Sprung Insekten und ändern dabei auch in der Luft die Richtung. Der beste Gleitflieger unter den Gleitbeutlern ist das Riesenflughörnchen (Petaurus australis). Bei ihm wurden Gleitflüge von über 100 m beobachtet. Auch es benützt den Schwanz als Ausgleichs- und Steuerorgan.

Fortpflanzung
Nach einer Tragzeit von höchstens 20 Tagen werden 1-2 Junge geboren. Diese verbringen eine je nach Art unterschiedlich lange Zeit im Beutel, beim Kurzkopfgleitbeutler 70 Tage, beim Riesenflughörnchen 100 Tage. Erwachsen sind sie mit 3-4 Monaten bzw. 6-8 Monaten.

Arten
Man zählt heute zu den Gleitbeutlern den Kurzkopfgleitbeutler oder Gleithörnchenbeutler (Petaurus breviceps) mit einer Körperlänge bis zu 21 cm, das Riesenflughörnchen (Petaurus australis), mit einer Körperlänge bis zu 30 cm der größte Gleitbeutler, außerdem den erst 1981 entdeckten Petaurus abidi, der noch keinen deutschen Namen hat, sowie den Eichhörnchengleitbeutler (Petaurus norfolcensis), Leadbeaters Possum (Gymnobelideus leadbeateri) und schließlich 4 Arten der Streifenbeutler (Gattung Dactylopsila).

Gefährdung
Der Kurzkopfgleitbeutler ist in Australien häufig, alle anderen kommen in Australien nur noch selten und lokal begrenzt vor.




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