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Graugans

Anser

Herkunft: Europa

Die allbekannten Graugänse leben auf Island, in Nord-, Mittel- und Südosteuropa sowie in Asien vom Mittelmeerraum bis nach Zentral- und Ostasien.

Gestalt
Die östlichen Populationen haben einen rosafarbenen Schnabel und etwas helleres Gefieder als die Graugänse Nord- und Mitteleuropas, die einen orangefarbenen bis gelben Schnabel besitzen.

Mit 76-89 cm Gesamtlänge und durchschnittlich etwa 3,5 kg Gewicht sind sie die größten einheimischen Gänse. Von den etwa gleich großen Saatgänsen (Anser fabalis) Islands, Spitzbergens, Skandinaviens und Sibiriens, die zum großen Teil in Mitteleuropa überwintern, unterscheiden sich Graugänse durch ihr viel helleres, graues Gefieder. Besonders Kopf, Hals und Vorderflügel der Saatgänse sind viel dunkler und bräunlich gefärbt.

Vogelzug
Graugänse sind Zugvögel. Die nordischen Graugänse, vor allem die isländischen Populationen, überwintern auf den Britischen Inseln und rund um die Nordsee, während die mitteleuropäischen Gänse im September und Oktober über Frankreich hinweg nach Spanien ziehen, wo sie etwa im Mündungsgebiet des Guadalquivir überwintern. Die mitteleuropäischen Brutgebiete werden ab Anfang März erneut besetzt.

Lebensraum
Während des Zuges und im Winterquartier sind Graugänse ziemlich anpassungsfähig an recht unterschiedliche Lebensräume. Während der Brutzeit aber suchen sie ruhige Moorlandschaften, Sümpfe und einsame Wiesen auf, die mit Schilf und Binsen bewachsen sind und dadurch gute Deckung bieten. Binnenseen, Flüsse oder ruhige Küstenlandschaften müssen in erreichbarer Nähe liegen.

Fortpflanzung
Schon mit etwa 11/2 Jahren gehen Graugänse eine feste Paarbindung ein, obwohl sie erst im 3. Lebensjahr geschlechtsreif werden. Nach seiner Ankunft im Brutgebiet (März-Mai) sucht sich das Paar gemeinsam einen möglichst ruhigen, versteckt gelegenen Nistplatz inmitten von Schilf oder dichtem Unterholz. Je nach Feuchte der Unterlage und der Menge des in unmittelbarer Nähe vorhandenen Nistmaterials baut überwiegend das Weibchen ein großes Nest von 0,6-2 m Durchmesser aus locker zusammengefügten Pflanzenteilen, wobei der Ganter (= Gänserich) durch Zureichen der Baustoffe mithelfen kann.

Nur das Weibchen erbrütet die 4-9 (meist 5-6) Eier 28-29 Tage lang, dabei beginnt es mit dem vorletzten oder letzten Ei. Das Männchen bleibt in der Nähe des Nestes und hält Wache, wobei es aber das Nest selbst meidet und sein Weibchen nur während der Nahrungssuche und bei »Ausflügen« trifft. Nach dem Schlüpfen der Gössel übernehmen beide Altvögel deren Betreuung.

Junge Graugänse nehmen von Anfang an (wie alle Gänsevögel) selbständig Nahrung auf, die Mutter hilft aber zuweilen ein wenig mit, indem sie die Halme abknickt. Nach 1-2 Tagen führen die Eltern ihre Gössel zum Wasser. Nach etwa 8 Wochen unternehmen die Jungen ihre ersten Flugversuche, richtig fliegen können sie erst im Alter von rund 10 Wochen. Bis zur nächsten Brutperiode bleiben Jungvögel und Eltern im Familienverband beisammen.

Nahrung
Die Nahrung der Graugänse besteht aus diversen Gräsern, Kräutern, Samen und Beeren sowie aus Wasserpflanzen, jungen Trieben, Wurzeln, Zwiebeln und Knollen (z. B. liegengebliebene Kartoffeln).

Verhalten
Da junge Gänse über kein enges angeborenes »Elternschema« verfügen, war es dem Nobelpreisträger Konrad Lorenz möglich, als »Ersatzvater« junge Graugänse vom Ei an aufzuziehen und ihr Verhaltensrepertoire eingehend zu studieren. Das Sozialverhalten ist bei Graugänsen recht weit entwickelt, da sie ja im Familienverband leben, bis zu Beginn der neuen Brutzeit die einjährigen Vögel von ihren Eltern verjagt werden. Mehrere Familien finden sich zu größeren Verbänden zusammen, die aber nur aus Graugänsen bestehen (andere Arten der Gattung Anser bilden oft gemischte Trupps).

Graugänse sind die Wildform der in vielen Rassen gezüchteten Hausgans.




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