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Hokkos

Cracidae

Herkunft: Mittel-/Südamerika

Hokkos sind Hühnervögel von Fasanen- bis Truthahngröße (Gesamtlänge 47-100 cm, Gewicht 0,5-4,8 kg), die ausschließlich in tropischen und subtropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas leben, wo sie in Waldgebieten und anderen Regionen mit dichter Vegetation vorkommen.

Lebensweise
Die großen Arten suchen ihre Nahrung - überwiegend Früchte, Samen, Knospen - auf dem Boden, kehren aber nachtsüber zu Ruheplätzen in höheren Bäumen zurück, bei Gefahr flüchten Hokkos ebenfalls ins schützende Astwerk. Kleinere Arten - Schakuhühner oder Guans - leben fast ausschließlich in den Baumkronen, wo sie nach Früchten und Beeren suchen.

Fortpflanzung
Auch bauen die meisten Arten dieser Familie ihre flachen Nester aus mittelgroßen Zweigen, Laub und Gräsern im Geäst der Bäume, meist nur wenige Meter über dem Erdboden. Nur wenige andere Hühnervögel legen wie die Hokkos ihre Nester nicht auf dem Boden an.

Das Gelege besteht meist aus 2-3 verhältnismäßig großen, rauhschaligen Eiern, die nur von der Henne 22-35 Tage lang (je nach Art verschieden) bebrütet werden. Die Jungen sind bereits wenige Stunden nach dem Ausschlüpfen flugfähig und turnen schon im Alter von wenigen Tagen im Geäst herum. Sie werden anfänglich von den Eltern entweder aus dem Kropf (nur bei wenigen Arten vorhanden) oder (wie bei den meisten Hokkos) aus der erweiterten, dehnbaren Speiseröhre gefüttert. Auch während der Brutzeit halten Hokkos gesellig zusammen; die Jungen mancher Arten schließen sich schon nach einigen Tagen gemischten Trupps aus Jung- und Altvögeln an. Auch »Vielweiberei« ist bei manchen Hokkoarten wohl die Regel. Die Gelege bestehen dann aus 6-9 Eiern.

Fortbewegung
Mit ihren langen, schlanken Beinen und den ebenfalls langen, krallenbewehrten Zehen (die Hinterzehe setzt in einer Ebene mit den vorderen an) vermögen Hokkos sich geschickt und schnell im Astwerk zu bewegen. Der Flug dieser recht großen Hühnervögel ist dagegen ziemlich schwerfällig. Sie ersteigen meist den Wipfel eines hochgelegenen Baumes, um von dort gleitend zu neuen Nahrungsquellen zu gelangen. Mit ihren kurzen, gerundeten Flügeln können Hokkos bisweilen auch kürzere Strecken im freien Flug überwinden.

Systematik
Die systematische Einteilung der zahlreichen Hokkos in Gattungen, ja selbst die Anzahl der Arten schwankt - je nach Auffassung - stark. Viele Vögel dieser Familie zeigen nur geringe äußerliche Unterschiede. Man nimmt an, daß unterschiedliche Ruftypen zur Artabgrenzung beitragen. Bei vielen Hokkos ist der Stimmapparat durch beachtliche Erweiterungen und Verlängerungen der Luftröhre stark entwickelt. Aber auch Arten mit »normaler« Luftröhre sind recht ruffreudig und laut.

Als Kurassos oder Hokkos werden meist die 7-8 Arten der Gattung Crax, die 3 Arten der Mitus, der Helmhokko (Pauxi pauxi) aus Westvenezuela, Bolivien und Ostkolumbien sowie der 65 cm große Rot- oder Schopfhokko (Nothocrax urumutum) aus Südwestvenezuela bis Nordostperu und dem südlichen Amazonasbereich bezeichnet.

Eigentliche Hokkos (Gattung Crax)
Sie tragen meist Kopfhauben aus aufstellbaren, am Ende nach vorn eingerollten Federn. Die Geschlechter zeigen einen deutlichen Dimorphismus: das Gefieder der männlichen Vögel ist glänzend schwarz mit Ausnahme der weißen Bauchseite, die Wachshaut an der Schnabelbasis leuchtet kräftig gelb (Gelblappenhokko, Crax daubentoni, 83 cm), blau (Blaulappenhokko, C. alberti, 90 cm) oder rot (Knopfschnabel-Hokko oder Karunkelhokko, C. globulosa, 90 cm) und trägt zumeist einen fleischigen Höcker.

Das Gefieder der Weibchen dagegen ist teilweise weiß gestreift, wie beim 95 cm großen Glattschnabelhokko (Crax alector) aus Guyana, Südostvenezuela bis Ostkolumbien und dem Amazonas-Gebiet oder es trägt überwiegend rotbraune und zimtfarbene Töne wie beim 90 cm großen Roten oder Tuberkelhokko (Crax rubra) aus Ostmexiko bis Westecuador. Die Schnabelbasis der Hokkoweibchen ist dunkel gefärbt und trägt keinen Höcker.

Der nahe verwandte, 90 cm große Helmhokko (Pauxi pauxi) hat ein schwarzes Gefieder mit grünlichem Schimmer, die Bauchseite hebt sich weiß ab. Auf der Stirn steht ein 3-7,5 cm hoher bläulicher Knochenhöcker.

Guans oder Schakuhühner
Der lautmalerische Name »Schaku«, der indianischer Herkunft ist, bezeichnet die im folgenden aufgeführten Hokko-Verwandten, z. B. den 70 cm langen, schwarzen Aburri (Aburria aburri) aus dem Andengebiet von Venezuela bis Peru sowie zwei Arten der Gattung Chamaepetes aus Kolumbien bis Peru.

Auch die 4 Arten der Weißhauben- oder Weißkopf-Schakuhühner zählen dazu, darunter der 68 cm große Schakutinga (Pipile cumanensis), verbreitet in Venezuela, den Guyana-Staaten und südwärts bis Nordargentinien.

Des weiteren bezeichnet der Name auch die 13-15 Arten der Gattung Penelope, so z. B. den Schakupemba (Penelope superciliaris) aus Ostbrasilien und Paraguay. Der Rostbauch-Guan (P. purpurascens) aus Mexiko bis Venezuela und Westecuador ist mit 90 cm Körperlänge eine der größten Arten, der Andenguan (P. montagnii) dagegen aus dem Andengebiet von Venezuela bis Nordargentinien ist mit nur 60 cm Länge eine der kleinsten Arten dieser Gattung.

Bei den Schakuhühnern unterscheiden sich die Geschlechter meist überhaupt nicht, ihr Gefieder ist überwiegend bronzefarben bis olivbraun; nackte Stellen an Kopf und Hals heben sich blau und rot ab.




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