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Honiganzeiger

Indicatoridae

Herkunft: Afrika

Die 14 Arten der Honiganzeiger sind 10-20 cm große, unscheinbar braun und grau gefärbte Vögel mit einem kurzen und kräftigen Schnabel, die ihr Hauptverbreitungsgebiet in Afrika haben, nur 2 Arten kommen in Asien vor. Der Name der ganzen Familie basiert auf einer außergewöhnlichen Verhaltensweise, die einige ihrer Vertreter entwickelt haben.

Honiganzeiger
Die Vögel machen auf mögliche Nahrungsquellen aufmerksam, indem sie das Interesse von Honigdachsen oder Menschen durch laute Rufe auf sich lenken, sodann eine kurze Strecke weit fliegen und danach warten, bis man ihnen gefolgt ist. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis die Vögel einen Bienenstock, ein Wespennest oder auch nur einzelne freifliegende Bienen entdecken. Dann bleiben Honiganzeiger ruhig auf einer nahe gelegenen Warte sitzen und lassen den herbeigelockten »Partner« das Nest suchen und aufbrechen wozu sie selber nicht in der Lage sind. Hernach tun sie sich an den herumliegenden Wabenresten und Insekten gütlich, wobei Honiganzeiger nicht nur Maden und Puppen, sondern auch das Bienenwachs aufnehmen. Zu der Darmflora dieser Vögel gehört ein Bakterium, welches das für den Vogel eigentlich unverdauliche Bienenwachs so weit abbaut (bis zu einzelnen Fettsäuren), daß es von den Honiganzeigern verdaut werden kann.

Dieses »Anzeigen« von Insektenvölkern ist ein rein instinktiver Vorgang, der nur bei wenigen Arten dieser Spechtfamilie voll entwickelt ist. Beim Großen oder Schwarzkehl-Honiganzeiger (Indicator indicator) sowie beim Strichelstirn- oder Schuppen-Honiganzeiger (I. variegatus). Im übrigen ernähren sich Honiganzeiger von den verschiedensten freifliegenden Insekten und deren Larven. Es besteht aber eine deutliche »Vorliebe« für Hautflügler wie Bienen, Wespen, Hornissen u. ä. Honiganzeiger vermögen Bienenwachs auch geruchlich wahrzunehmen, wie neuere Untersuchungen gezeigt haben. Meist ist bei Vögeln der Geruchssinn gar nicht oder nur sehr schwach ausgeprägt.

Brutparasitismus
Die andere interessante Verhaltensweise der Honiganzeiger ist ihr Brutparasitismus. Soweit bekannt ist, brütet keine Art dieser Familie selbst, sondern legt - wie unser Kuckuck - die Eier in Nestern vieler anderer Vogelarten ab. Der 19-20 cm große Schwarzkehl-Honiganzeiger bevorzugt die Nester von Höhlenbrütern wie Bartvögeln, Spechten, Bienenfressern, Hopfen- und Glanzstaren. Aus dem einzigen weißen und dickschaligen Ei, das etwa 2,4 x 1,9 cm mißt, schlüpft ein nacktes, blindes Junges, das am Ober- und Unterschnabel je einen spitzen Eizahn trägt. Der obere Eizahn ist hakenförmig nach unten gebogen. Schon kurz nach dem Schlüpfen beginnt der junge Honiganzeiger, mit der Hilfe dieses Eizahns seine »Stiefgeschwister« totzubeißen. Am Ende der ersten Lebenswoche fallen die beiden Eizähne ab, zu diesem Zeitpunkt aber ist der Honiganzeiger bereits alleiniger Nestinsasse. Wahrscheinlich werden auch noch unausgebrütete Eier der Wirtsvögel vom Jungen des Honiganzeiger vernichtet, sofern sie nicht schon von den Eltern versehentlich bei der Eiablage angestochen worden sind.

Nach etwa 4 Wochen verlassen die jungen Honiganzeiger - voll befiedert - das Nest ihrer Wirtsvögel und ziehen einzeln (bisweilen auch in kleinen Gruppen) umher.

Lebensraum
Der vorherrschende Lebensraum von Honiganzeigern sind Wald- und Buschlandschaften Afrikas, wobei diese Vögel auch recht hochgelegene Gebiete bevölkern. In einigen Gegenden unternehmen die Honiganzeiger auch kleinere örtliche Wanderungen.

Weitere Arten
Nur 2 Arten, der 18 cm große Malaiische Honiganzeiger (Indicator archipelagicus) aus dem Westen und Süden Thailands sowie aus Malaysia, Borneo und Sumatra und der 15 cm lange Gelbbürzel-Honiganzeiger (Indicator xanthonotus) aus dem Himalaya von Pakistan bis Burma kommen außerhalb Afrikas vor. Die Gattung Indicator ist die bei weitem artenreichste.

In eine eigene Gattung stellt man den 17 cm großen Leierschwanz-Honiganzeiger (Melichneutes robustus), die einzige Art mit geschwungenem Schwanz. Bei den anderen Honiganzeigern ist die Schwanzfeder gerade, die äußeren tragen zumeist (im Flug auffällige) weiße Markierungen.

Sagen
Honiganzeiger spielen eine wichtige Rolle in vielen Legenden der Naturvölker Afrikas: So läßt man den Vögeln beim Ausräumen eines Bienenstockes absichtlich etwas Honig zurück, um zu verhindern, daß der Honiganzeiger den Menschen das nächste Mal zu einer Gefahrenquelle führt. Durch die Belohnung soll der Vogel dazu veranlaßt werden, wieder einmal einen Bienenstock auszukundschaften.




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