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Ibisse

Threskionithinae

Herkunft: globale Vorkommen

Die Ibisse oder Sichler sind Stelzvögel mit einem sehr langen, schlanken und sichelförmig abwärts gebogenen Schnabel. Damit unterscheiden sie sich von der zweiten Unterfamilie der Ibisvögel, den Löfflern. An Gesicht und Kehle haben sie mehr oder weniger stark ausgebildete nackte Hautpartien, bei einigen Arten ist auch der ganze Kopf nackt. Bei den meisten Arten herrscht eine weiße Gefiederfärbung vor, andere sind braun oder metallisch glänzend schwarz, je eine Art ist rot bzw. rosa gefärbt. Die Vorderzehen sind durch Spannhäute verbunden.

Lebensweise
Ein starker Geselligkeitstrieb ist sowohl beim Brutgeschäft in den Brutkolonien wie auch bei der Nahrungssuche zu beobachten. Die Ibisse stochern im Boden von Sumpfgebieten und an Gewässerufern nach Insekten, Weichtieren und Krebstieren, gelegentlich auch nach größeren Beutetieren.

Die Nester können zwischen Sumpfpflanzen, auf Bäumen oder an Felsen (Waldrapp) angelegt sein. Allgemein besteht ein Gelege aus 3-5 Eiern, die fast genau 3 Wochen lang bebrütet werden. Bei der Fütterung würgen die Altvögel das Futter aus dem Magen hoch; die Jungen nehmen es sich dann aus dem Schlund oder gar Magen heraus.

Die Ibisse fliegen mit weit vorgestrecktem Hals wie die Störche. Damit unterscheiden sie sich von den Reihern, die ja ihren Kopf an die Schultern anlegen. Die Beine werden nachgezogen. Innerhalb eines Schwarms wird häufig von allen Vögeln gleichzeitig zwischen Flügelschlägen und Gleitflug abgewechselt. Zum Schlafen stecken die Ibisse den Kopf in das Schultergefieder.

Verbreitung, Artenzahl
Die 17 Gattungen der Ibisse mit 20 Arten kommen in allen Erdteilen der Alten und Neuen Welt vor.

Brauner Sichler
Der heute noch an wenigen Stellen Europas lebende Braune Sichler (Plegadis falcinellus) ist gleichzeitig auch die einzige Art, die fast über die ganze Welt verbreitet ist. Der Braune Sichler ist als Brutvogel sehr unbeständig; er brütet an manchen Stellen in großer Zahl, räumt diesen Brutplatz dann aber ohne für den Menschen erkennbaren Grund für einige Zeit oder auch für immer. Häufig ist diese Unbeständigkeit nicht mit irgendeiner Veränderung der Umwelt verbunden.

Fortpflanzung
Im europäischen Brutgebiet ist der Braune Sichler Zugvogel. Am Brutplatz trifft er erst im April aus den Überwinterungsgebieten im Mittelmeergebiet und dem tropischen Afrika ein und verläßt diesen im August oder September. Beide Gatten bauen das Nest, in Europa meist im Schilf (aus Schilfhalmen) oder auf Weidengebüsch (aus Zweigen und Schilfblättern), im asiatischen Raum auch auf hohen Bäumen. Auch bei der Brut lösen sich beide Gatten ab; das Männchen brütet vorwiegend nachts.

Mit etwa 2 Wochen beginnen die Jungen in Nestnähe herumzuklettern. In den größeren Kolonien scharen sich die Jungvögel aller Nester zu Herden zusammen und werden von den Altvögeln gemeinschaftlich gefüttert. Die Jungen sollen nach sechs bis sieben Wochen voll flugfähig sein. Sie streuen dann in alle Richtungen, vornehmlich in die Küstenregionen.

Ausbreitung
Der Braune Sichler ist durch Erweiterung seines Brutgebietes bis nach Nordamerika gelangt. Im Westen (Mexiko bis Louisiana) wird der entsprechende Lebensraum durch den Brillenibis (Plegadis chihi) besiedelt.

Weitere Arten
Bis ins 17. Jahrhundert war ebenfalls in Europa der Waldrapp heimisch.

Der laute, weitreichende und charakteristische Ruf einer afrikanischen Art, des Hagedasch (Hagedashia hagedash) - der Name beruht auf Lautmalerei - ist einer der bestbekannten Vogellaute in ganz Afrika. Er ist in Ostafrika häufig. Sümpfe, überflutetes Gelände, Flüsse mit baumbestandenen Ufern und Weideland werden bevorzugt.

Eine ähnliche Art ist der Olivgrüne Ibis (Lampribis olivacea). Er ist etwas größer als der Hagedasch und trägt einen Schopf auf dem Kopf. Durch seinen hupenden, gänseartigen Ruf wird er viel häufiger gehört als gesehen. Er kommt in den Bergwäldern des Mount Kenia, in den Usambara-Bergen und am Kilimandscharo vor. Durch einen Kehllappen und auffällig weiße Flügeldecken unterscheidet sich der Karunkelibis (Bostrychia carunculata] vom Olivgrünen Ibis. Er ist beschränkt auf das Hochland von Äthiopien und Eritrea.

Auf Madagaskar lebt neben dem Heiligen Ibis und dem Braunen Sichler auch der für die Insel typische Schopf- oder Mähnenibis (Lophotibis cristata), der durch seine stark verlängerten Hinterkopffedern auffällt.

Viele weitere Arten kommen z. T. sehr lokal auf den 5 Erdteilen vor. So sind der Molukkenibis (Threskiornis molucca) und der Stachelibis (Carphibis spinicollis) stellvertretend für den australischen Raum zu erwähnen, der Weiße Sichler (Eudocimus albus) für Mittelamerika, der Rote oder Scharlachibis (Eudocimus ruber) als südamerikanische Art, eine besondere Attraktion mancher Zoologischer Gärten.

Heiliger Ibis
Bereits vor 5000 Jahren wurde der Heilige Ibis (Threskiornis aethiopica) in Altägypten als Verkörperung des Gottes Thoth verehrt (Thoth: Schreiber der Götter). Der Vogel war wohl vor allem, wenn der Nil das Land überschwemmt hatte, weit verbreitet. In viele bildliche Darstellungen wurde der Heilige Ibis mit einbezogen, ganze Ibisfriedhöfe wurden angelegt. Schon im beginnenden 19. Jahrhundert brütet diese Art nur noch in der Nähe von Seen und anderen Gewässern, auch an der Küste.

Einen ähnlichen Lebensraum nutzt der nah verwandte Schwarzkopfibis (Threskiornis melanocephala) in Asien.




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