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Löffler

Platalea leucorodia

Herkunft: Nordamerika, Europa, Asien

Die 85-86 cm langen, hochbeinigen Löffler sind mit ihrem weißen Gefieder und dem 18-23 cm langen, schwarzen Schnabel mit seinem löffelartig verbreiterten vorderen Ende ganz unverwechselbare Stelzvögel. Beide Geschlechter haben im Brutkleid schopfartig verlängerte, bis 12 cm lange Haubenfedern, die bei starker Erregung aufgestellt werden können, sowie einen gelblichen Kehlfleck am Halsansatz. Im Ruhekleid fehlen diese Bildungen; das Jugendgefieder unterscheidet sich nur durch die schwarzen Spitzen der Handschwingen sowie die ebenfalls dunklen Schaftansätze der meisten Konturfedern. Auch haben Jungvögel einen rosafarbenen Schnabel und fleischfarbene Beine.

Verbreitung
Löffler brüten kolonieweise in Sumpfgebieten, schilfbestandenen Uferzonen und deckungsreichen, buschbestandenen Bruchlandschaften Nordamerikas (auf vorgelagerten Inseln und an den Küsten Somalias und Mauretaniens), West- und Südeuropas und Asiens (von Syrien bis nach Sri Lanka und zum Japanischen Meer bzw. nordwärts bis nach Süd- und Ostsibirien). In Europa existieren 3 voneinander unabhängige Brutvorkommen: an der Mündung des Guadalquivir (Südspanien), in den Niederlanden auf Texel, am Naardermeer bei Amsterdam und bei Callantsoog, außerdem am Neusiedler See, in den Donauniederungen Ungarns, Kroatiens und Rumäniens sowie in Mazedonien.

Zugverhalten
Den Winter verbringen europäische Löffler in Afrika (südwärts bis Äthiopien, zum Sudan und Senegal). Die holländischen Brutvögel ziehen entlang der Atlantikküste, wo sie an den Mündungen der größeren französischen und spanischen Flüsse Rast machen. Die östlichen Populationen wandern bis nach Südindien, Malaya und Südchina.

Fortpflanzung
Im März bis Mai treffen die Löffler wieder in ihren Brutgebieten ein, wo beide Brutpartner gemeinsam ein 25-30 cm hohes Nest auf niederliegendem Schilf (europäische Brutvögel) oder auf Bäumen (asiatische Löffler) errichten. Die Bodennester bestehen aus Schilf, während Baum- und Buschnester aus Zweigen und Ästen zusammengefügt sind. Auch wenn bereits große Junge im Nest hocken, bringen Löffler immer noch mehr Nistmaterial im Mundwinkel herbei und verbessern die Unterlage.

Das Gelege besteht aus 3-7 Eiern (Gewicht: 76 g, Größe: 6,7x4,7 cm) und wird 21 Tage lang (vom letzten Ei an) von beiden Partnern bebrütet. Die Jungen bilden zwei weißliche Dunenkleider aus, deren erstes recht dünn ist und vom nachfolgenden erst verdrängt wird, wenn bereits die ersten Konturfedern durchbrechen. Die Nesthocker werden von beiden Eltern gefüttert und gegen allzu intensive Sonneneinstrahlung geschützt. Im Alter von 4 Wochen verlassen sie das Nest und sammeln sich an den nächstgelegenen Wasserflächen, wo sie noch weitere 4 Wochen lang gefüttert werden.

Nach insgesamt 7-8 Wochen werden junge Löffler flügge und suchen die Nahrungsgründe der Kolonie auf, wo sie im seichten Wasser einherwaten und mit seitlichen Pendelbewegungen des Kopfes den Schlamm und das Wasser nach vielerlei kleineren Wassertieren durchsuchen. Fische, Krebse, Weichtiere und Insekten nehmen Löffler ebenso auf wie Lurche und deren Laich.

Geschlechtsreif werden Löffler wahrscheinlich im Alter von 3-4 Jahren. Die ältesten Wiederfunde beringter Wildvögel waren 13 und 14 Jahre alt.

Weitere Arten
Vier weitere, nahe verwandte Löfflerarten leben in Australien (Gelbschnabellöffler, Platalea flavipes und Königslöffler, Platalea regia), Südasien von der Mandschurei und Korea bis Südchina (Schwarzstirnlöffler, Platalea minor) und Afrika einschließlich Madagaskar (Rosenfußlöffler, Platalea alba).

Im südlichen Nordamerika sowie in Mittel- und Südamerika (bis Chile und Argentinien) lebten einst große Scharen der Rosalöffler (Platalea ajaja), bis diese prachtvollen, 86 cm großen Vögel vom Menschen rücksichtslos verfolgt wurden. Heute bestehen in den USA strenge Schutzvorschriften, um die letzten Brutpaare in Florida vor der Vernichtung zu bewahren. Die zunehmende »kultivierende« Umgestaltung der letzten natürlichen Küstenregionen durch den Menschen läßt allerdings - wie auch für die anderen Löfflerarten (welche in ihrer Biologie weitgehend dem eurasischen Löffler gleichen) - nur düstere Zukunftsaussichten offen.




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