World of AnimalsWorld of AnimalsE-mail: beratung@ch-edit.de




Lummen

Uria

Herkunft: Nordhalbkugel

Zwei Arten der Alken faßt man unter dem Begriff »Lummen« zusammen: die 39-48 cm, meist jedoch um 42 cm großen Trottellummen (Uria aalge) und die gleich großen und ebenfalls etwa 1 kg schweren Dickschnabellummen (Uria lomvia). Nach dem ausgerotteten Riesenalk sind es die grĂ¶ĂŸten Alkenvögel.

Gestalt
Beide Lummenarten lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden, nur aus nĂ€chster NĂ€he fallen die dunklere Kopfbefiederung sowie der kĂŒrzere und dickere Schnabel (mit seinem weißlichen Seitenstreif) der Dickschnabellummen auf. Besonders die nördliche Unterart der Trottellumme (Uria aalge aalge) mit ihrer im Sommer tiefschwarzen Oberseite (mehr brĂ€unlich am Kopf) ist leicht verwechselbar mit Dickschnabellummen.

Die sĂŒdliche Unterart der Trottellumme (Uria aalge albionis) hat im Brutkleid eine mehr braune Körperoberseite. Im Winter sieht das RĂŒckengefieder beider Unterarten hell graubraun aus. Als »Ringellumme« bezeichnet man eine (besonders bei der nördlichen Population hĂ€ufige) Farbvariante der Trottellumme mit weißem Augenring und einem schmalen, weißen Streifen, der vom Augenring in den Nacken zieht. Bei Dickschnabellummen zieht sich im Ruhekleid (im Winter) das schwarze Gefieder der Kopfoberseite weiter seitlich herab als bei den Trottellummen.

Verbreitung
Beide Lummenarten unterscheiden sich auch im Verhalten voneinander; stellenweise brĂŒten sie in gemeinsamen Kolonien; »Mischehen« sind jedoch nicht bekannt.

Das Brutgebiet der Trottellumme erstreckt sich ĂŒber die KĂŒsten des Nordatlantik und Nordpazifik sowie ĂŒber die angrenzenden EismeerkĂŒsten. Die sĂŒdlichen Verbreitungsgrenzen gehen im atlantischen Gebiet bis zu den Britischen Inseln (stellenweise sogar bis Portugal), im Pazifik bis nach Korea, Nordjapan und Kalifornien. Dickschnabellummen brĂŒten weiter nördlich in den arktischen GewĂ€ssern; ihre sĂŒdlichsten Vorkommen liegen bei Island und Neufundland bzw. Sachalin, bei den Kurilen und der Kodiak-Insel Alaskas.

Fortpflanzung
Lummen brĂŒten kolonieweise auf Felssimsen und Klippen an unzugĂ€nglichen SteilkĂŒsten; die Brutpaare stehen oft dichtgedrĂ€ngt auf engstem Raum beieinander. Die großen (8,1 x 5 cm), individuell gezeichneten, birnenförmigen Eier (nur 1 Ei je Brutpaar) werden direkt auf dem Felsenuntergrund abgelegt und ruhen wĂ€hrend der BebrĂŒtung auf den SchwimmhĂ€uten der Altvögel. Das dichte Bauchgefieder der brĂŒtenden Lumme (beide Partner brĂŒten insgesamt 28-35 Tage lang) schĂŒtzt das Ei vor AuskĂŒhlung. Die charakteristischen Muster ihres Eies ermöglichen den jeweiligen Eltern auch in großen Kolonien das Wiederauffinden. Durch die birnenartige Form rollt ein Lummenei nur geringfĂŒgig umher und kann so weniger leicht auf den schmalen FelsbĂ€ndern verlorengehen als die mehr kugelförmigen Eier anderer Vogelarten.

Der frisch geschlĂŒpfte Nestling ist dicht mit braunen Dunen bedeckt, aber schon nach wenigen Tagen erscheinen die ersten Federn. Beide Eltern versorgen die jungen Lummen 3-4 Wochen lang mit kleinen Fischen und Wirbellosen (Krebstiere, Weichtiere und RingelwĂŒrmer), bis diese ihren meist nur wenige Meter vom offenen Wasser entfernten Brutplatz verlassen und auf das Meer hinausschwimmen. Meist warten die Altvögel am Fuß der Klippen auf dem Wasser und locken ihr Junges, bis es den Sprung - oft aus großer Höhe - endlich wagt. Gelegentlich sollen die Eltern sogar ein wenig nachhelfen, indem sie die junge Lumme behutsam zur Felskante drĂ€ngen oder sie mit ihren SchnĂ€beln an den FlĂŒgeln tragen. Erst nach 3 weiteren Wochen mausern die jungen Lummen sich und werden dann flugfĂ€hig. Bis zu diesem Zeitpunkt fĂŒhren erwachsene Lummen (die Eltern?) die noch viel kleineren Jungvögel.

Nahrung
Lummen ernĂ€hren sich fast ausschließlich von Fischen; bei Dickschnabellummen sind es 95% aller Beutetiere. Sowohl ihre Eier als auch die ausgewachsenen Lummen selbst werden vielerorts von den Menschen gern gegessen.




Die World-of-Animals ist ein Projekt der Firma [ch@IT] Internet Komplettservice
Suchmaschinenoptimierung, Programmierung, WebHosting