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Beutelmaulwurf

Notoryctes typhlops

Herkunft: Australien

Im Jahr 1888 wurde ein Beuteltier entdeckt, das unter den Zoologen der ganzen Welt große Verwirrung stiftete. Es wies so überraschend große Ähnlichkeit mit den afrikanischen Goldmullen (Familie Chrysochloridae) auf, daß einige Forscher sie zunächst für nahe Verwandte hielten. Während aber die afrikanischen Tiere einen wohlausgebildeten Mutterkuchen (Plazenta) besitzen, sind die australischen echte Beuteltiere. Goldmulle und Beutelmulle zeigen bemerkenswerte Übereinstimmungen im Körperbau, in der Art des Grabens und sogar in der Farbe und Beschaffenheit des Fells. Solche Ähnlichkeiten, die sich bei gleicher Lebensweise unter gleichen Umweltbedingungen entwickeln können, bezeichnet man als Parallelentwicklungen oder Konvergenzen.

Gestalt
Beutelmulle sind wohl die erstaunlichsten und ungewöhnlichsten Mitglieder der Ordnung Marderbeutler. Der maulwurfähnliche Körper ist 9-18 cm lang. Die Fellfarbe reicht von weiß über rosa bis zum leuchtenden Goldorange. Der Kopf ist kurz und dick. Ein gelber Hornschild mit Querwülsten bedeckt den Nasenrücken. Augen und äußere Ohren sucht man vergeblich. Unter dem Fell des Kopfes verborgen liegt eine kleine Ohröffnung, die durch eine Hautfalte verschließbar ist. Die fast vollständig zurückgebildeten Augen sind von Muskulatur und Haut überdeckt. Sie haben nur noch einen Durchmesser von etwa 1 mm. Pupille, Linse und Glaskörper sind nicht mehr vorhanden. Auch der Sehnerv ist wahrscheinlich verkümmert.

Die 3. und 4. Zehe der kurzen Vorderfüße tragen starke, verbreiterte Grabklauen. Ihnen gegenüber stehen die anderen drei viel schwächeren Krallen. Vorder- und Hinterbeine sind verkürzt und liegen im Körperfell verborgen, so daß nur die Füße zu erkennen sind. Am 1. Glied der Großzehe ist seitlich eine Knochenplatte angewachsen. Sie verbreitert die lederartig verdickte und mit Schrägfalten versehene Sohlenfläche. Der stummelförmige Schwanz ist von derber Haut umkleidet. Weibliche Tiere haben einen flachen, nach hinten geöffneten Beutel, der durch eine kleine Hautfalte längsgeteilt ist. Jede Hälfte enthält eine Zitze. Auch bei den Männchen ist eine Beutelfalte angedeutet. Von den Beutelknochen (Beuteltiere) sind nur kleine Reste erhalten.

Lebensweise
Über das Leben der Beutelmulle weiß man nur sehr wenig. Sie leben als unterirdische Wühler im lockeren Sand. Beim Eingraben bewegen sie in rascher Folge die beiden Vorderfüße. Oft graben die Tiere horizontal etwa 10-20 cm unter der Erdoberfläche, um plötzlich 2 m tief steil nach unten wegzutauchen. Da die Gänge sofort wieder hinter ihnen einstürzen, sieht es so aus, als würden sie im Sand schwimmen.

Nahrung
Die Hauptnahrung der Beutelmulle besteht aus Käferlarven, Larven von Pflanzenwespen und Ameisenpuppen.

Fortpflanzung
Über die Fortpflanzung der Beutelmulle wissen wir fast nichts. Da die Weibchen zwei Zitzen haben, nimmt man an, daß 2 Junge großgezogen werden.

Verbreitung
Beutelmulle sind in ihrem australischen Lebensraum sehr selten.




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