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Merlin

Falco columbarius

Herkunft: Europa, Asien, Nordamerika

Merline sind mit 23-33 cm Gesamtlänge die kleinsten europäischen Falken. Die Männchen bleiben mit 155-180 g Gewicht deutlich hinter der Größe weiblicher Merline (188-210 g) zurück und sind von jenen auch zu dem schiefergrauen Gefieder der Oberseite zu unterscheiden.

Vorkommen
Merline brüten in offenem, nur wenig mit Bäumen bestandenem Gelände, vorzugsweise in Moorgebieten, Tundren, Dünenlandschaften und Bergregionen; aber auch lichte Waldgebiete und die Randzonen dichter Wälder gehören zum Brutareal. Das Verbreitungsgebiet der ungefähr 10 Rassen erstreckt sich über den Norden Europas, Asiens und Nordamerikas. Am weitesten südlich brüten Merline in den Präriegebieten Montanas und Norddakotas (USA) bzw. in den Steppengebieten Südsibiriens und Kasachstans. In den Gebirgen Zentralasiens brüten Merline sogar noch weiter südlich (bis zum Tian Shan).

Östliche Merlinrassen werden größer als europäische Vögel; die größte Form ist Falco columbarius lymani aus Zentralasien mit maximal 24,2 cm (Männchen) bzw. 26,3 cm (Weibchen) Flügellänge gegenüber maximal 21 cm bzw. 22,8 cm bei europäischen Merlinen (Falco columbarius aesalon).

Zugverhalten
Als Zugvögel wandern Merline im Winter nach West- und Südeuropa, Nordafrika und Vorderasien bzw. bis nach Turkmenien, Kirgisien und Afghanistan. In Mitteleuropa überwintern Merline gerne in den Marschen und auf den Inseln der Nord- und Ostsee sowie auf weitem Wiesen- und Ackerland.

Lebensweise
Hier jagen sie am Tage überwiegend auf Kleinvögel, darunter besonders häufig Finken, Ammern, Drosseln, Pieper und Schmätzer; auch Schwalben, Lerchen, Stare und Limikolen (Regenpfeiferartige) erbeuten Merline während des Zuges und im Überwinterungsgebiet. Größere Vögel werden nur selten geschlagen. Meist fangen diese wenigen Falken ihre Beutetiere in der Luft, wobei sie im rasanten, steilen Sturzflug von oben her zustoßen oder aus einem langsameren (60 km/h), bodennahen Flug von der Seite oder von unten her zugreifen. Nur zum geringen Teil (höchstens 10% ihrer Nahrung) fangen Merline auch Kleinsäuger (Lemminge, Mäuse und Spitzmäuse) und selten nur größere Insekten. Als Ansitze zum Erspähen von Beute sowie als Ruhewarten suchen sie sich höhere Erdhügel, Ackerschollen oder niedrige Gehölze.

Fortpflanzung
Wie bei Falken allgemein üblich, bauen Merline keine eigenen Horste, sondern legen ihre 4-5 (seltener 3-7) Eier in flachen Bodenmulden ab. Gelegentlich übernehmen sie auch vorjährige Horste anderer Greifvögel sowie Nester von Krähen, Kolkraben oder Ringeltauben, ohne jedoch das vorhandene Baumwerk noch irgendwie zu verändern. Nur gelegentlich legen Merline ihre Bodennester ein wenig mit Gras aus.

Die Brutperiode beginnt meist im Mai; überwiegend das Weibchen brütet (vom letzten Ei an) 28-32 Tage, bis die weißlich bedunten Jungfalken ausschlüpfen. Ihr zweites Dunenkleid ist oben bräunlichgrau und nur unten noch weißlich. Während der Brut und der ersten 10 Tage nach dem Schlüpfen, in denen das Weibchen die Nestlinge intensiv hudert, schafft der männliche Vogel allein die Beute heran und übergibt sie seinem Weibchen an bestimmten Warten innerhalb des Horstreviers.

Die Jungen sind mit 18 Tagen fast vollständig befiedert und verlassen im Alter von 25-27 Tagen das Nest; Bodennester werden oft schon eher aufgegeben. Junge Merline bleiben noch weitere 6 Wochen mit ihren Eltern zusammen, bis sie völlig selbständig werden. Die Geschlechtsreife erlangen sie etwa gegen Ende des 1. Lebensjahres. Möglicherweise bleiben Merlinpaare auch über mehrere Jahre hinweg beisammen, jedenfalls werden bestimmte Nester häufig mehrfach hintereinander benutzt.

Krähen, Raben und selbst größere Greifvögel werden von Merlinen im Umkreis von deren Nestern derart heftig angegriffen, daß diese Nesträuber in der Regel einen großen Bogen um die Horstumgebung eines Merlinpaares machen; selbst Nahrungsdepots der brütenden Falken - in Sichtweite des Nestes angelegt - werden von Krähen meist verschont. Das höchste bekannte Alter von wildlebenden Merlinen beträgt 10 Jahre.

Gefährdung
Bei uns stehen Merline auf der Roten Liste der gefährdeten Wintergäste.




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