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Milane

Milvinae

Herkunft: globale Vorkommen

Neben dem 61 cm großen und 800-1600 g schweren Rotmilan (Milvus milvus) und dem mit 56 cm Gesamtlänge und 630-1030 g Gewicht deutlich kleineren Schwarzmilan (Milvus migrans) umfaßt diese Unterfamilie der Greifvögel weitere 7 Gattungen mit zusammen 10 Arten.

Roter Milan
Der Rotmilan (Milvus milvus), auch Gabelweihe und Königsweihe genannt, brütet auf den Kapverdischen Inseln, im Westen Nordafrikas und in Europa (bis nach Südskandinavien und ostwärts bis Weißrußland, zur Ukraine und ans Schwarze Meer). Alte Brutvorkommen im kleinasiatischen Raum sind nicht mehr sicher nachgewiesen. Sichere Feldkennzeichen dieses langflügligen Greifs sind sein tief gegabelter, langer Schwanz (mindestens 30 cm lang und 5 cm tief eingekerbt) und das rostrote, kontrastreiche Gefieder.

Gefährdung
Er steht bei uns auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten.

Schwarzer Milan
Der Schwarzmilan (Milvus migrans) ist insgesamt dunkler braun gefärbt, auch hebt sich sein graubraunes Kopfgefieder nicht so hell und deutlich vom Restgefieder ab wie beim Rotmilan. Der Stoß (Schwanz) des Schwarzmilans ist kürzer (höchstens 29 cm lang) und weniger tief gegabelt, so daß er im Flug bei starker Spreizung bisweilen hinten gerade abgeschnitten erscheint. Schwarzmilane sind häufiger und auch viel weiter verbreitet (6 Rassen) als Rotmilane; ihr Brutgebiet erstreckt sich über Afrika (ohne das Saharagebiet, einschließlich Madagaskar) und Eurasien (Ausnahme: Nordwesteuropa, Finnland und die Tundrengebiete nördlich des 62. Breitengrades) sowie über Neuguinea und Australien.

Mit einer maximalen Flügellänge von 55 cm (beim Weibchen) gegenüber höchstens 52 cm bei der mitteleuropäischen Rasse (Milvus migrans migrans) und mit maximal 66 cm Gesamtlänge werden Sibirische Schwarzmilane (Milvus migrans lineatus) weit größer und übertreffen mitunter auch den Rotmilan an Körpermaßen.

Gestalt
Beide Milanarten zeigen keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, weibliche Tiere werden aber etwas größer. Im Fluge winkeln Milane ihre langen Flügel etwas nach hinten ab und bieten so eine charakteristische Silhouette.

Zugverhalten
Schwarz- und Rotmilane sind Zugvögel, die im tropischen Afrika und im Nahen Osten (Schwarzmilan) bzw. in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika und im kleinasiatischen Mittelmeergebiet (Rotmilan) überwintern.

Fortpflanzung
Als Brutbiotop bevorzugen beide Arten abwechslungsreiche Landschaften, wo sie ihre Horste in Wäldern und Feldgehölzen anlegen. Günstige Lebensbedingungen bieten wassernahe Niststätten. Rotmilane sind in dieser Beziehung etwas unabhängiger als Schwarzmilane, die die Nähe von Seen, Flüssen und Sumpflandschaften suchen.

Milane bauen ihre Nester in Baumkronen, wobei das Männchen das Nistmaterial herbeischafft, das der weibliche Vogel verbaut. Oft werden auch vorjährige Horste anderer Greife oder Krähennester bezogen und ausgebaut. Die Nistmulde kleiden Milane mit allerlei Materialien aus, darunter Papier, Lumpen u. ä., aber sie verwenden keine frischen Zweige und Blätter.

Überwiegend die Weibchen erbrüten vom ersten Ei an (Legeabstand 2-3 Tage) 28-30 Tage lang das aus 2-3 Eiern bestehende Gelege. Sie werden unterdessen von den männlichen Brutpartnern mit Nahrung versorgt. Die Nestlinge sehen im 1. Dunenkleid oberseits rötlichbraun und unterseits weißlich aus; das 2. Dunenkleid ist bei beiden Arten etwas dunkler. In den ersten 1-2 Wochen hudert das Weibchen die Nesthocker intensiv und füttert sie, während der männliche Milan weiterhin allein auf die Jagd geht; später beteiligen sich beide Eltern am Beutefang. Die jungen Milane verlassen nach 40-50 Tagen das Nest, kehren aber in den darauffolgenden Wochen noch öfters zu ihrem Horst zurück.

Lebenserwartung
Das bekannte Höchstalter freilebender Milane liegt bei 23-25 Jahren und in Gefangenschaft wurden Schwarzmilane sogar 28 und Rotmilane 33 Jahre alt.

Ernährung
Wie auch die anderen Arten ihrer Unterfamilie sind Schwarz- und Rotmilane sehr anpassungsfähig in ihrem Nahrungserwerb. Alle möglichen wirbellosen Tiere und kleinere Wirbeltiere gehören ebenso zu ihrer Beute wie Aas (besonders an den Straßen) und Abfälle. Schwarzmilane sind vielerorts ausgesprochene Kulturfolger und sorgen in Dörfern und Städten für die Abfallbeseitigung; ansonsten fangen sie im Verhältnis viel mehr Fische als Rotmilane, die etwas zurückgezogener leben und auch Jagd auf größere Wirbeltiere machen.

Gefährdung
In Mitteleuropa sind auch die Bestände an Schwarzmilanen in letzter Zeit stark zurückgegangen. Er steht ebenfalls auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten und verdient strengen Schutz. Die Hauptursache für den rückläufigen Bestand dürfte die zunehmende Beunruhigung und Zerstörung des Lebensraumes der Milane durch den Menschen sein.

Außereuropäische Arten
Den altweltlichen Milanen am nächsten stehen der 50-55 cm große Schopfmilan (Lophoictinia isura) und der 55-60 cm große Bussardmilan (Hamirostra melanosterna). Beide leben in den Wald- und Graslandschaften Australiens.

Eigentümliche Milane sind der 38-45 cm große Schneckenweih (Rostrhamus sociabilis) aus Florida, Kuba und Mittel- bis Südamerika (von Ostmexiko bis Uruguay) sowie der 35-38 cm große Hakenweih (Rostrhamus [Helicolestes] hamatus). Sein Verbreitungsgebiet reicht von Ostpanama bis zum Amazonasgebiet (Ostperu). Beide Arten ernähren sich ausschließlich von Süßwasserschnecken, die sie mit ihren schmalen, hakenförmigen Schnäbeln aus den Gehäusen ziehen.

Das Verbreitungsgebiet des 32-38 cm großen Schwebeweihs (Ictinia plumbea) erstreckt sich von Südmexiko bis Nordargentinien, während der etwa gleich große Mississippiweih (Ictinia misisipiensis) im Südosten der USA brütet. Beide »Graumilane« haben ein völlig blaugraues Gefieder und sind sehr vielseitig in der Wahl ihrer Beutetiere.




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