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Moschustier

Moschus moschiferus

Herkunft: Asien

Die Unterfamilie der Moschushirsche Moschinae mit nur einer Art wird der artenreichen Unterfamilie der eigentlichen Hirsche (Cervinae) gegenübergestellt. Beide Unterfamilien bilden zusammen die Familie der Hirsche (Cervidae).

Merkmale
Das Moschustier ist eine primitive Hirschart. Wie die Vorfahren der Hirsche hat es noch kein Geweih, sondern nur hauerartige Eckzähne im Oberkiefer. Die Eckzähne der Männchen ragen über die Lippen hinweg aus dem Maul heraus. Im Gegensatz zu den übrigen Hirschen besitzen Moschustiere eine Gallenblase. Männliche Moschushirsche haben zwischen Nabel und Penisöffnung eine drüsenreiche Hauteinstülpung, den Moschusbeutel. In der Paarungszeit enthält der Beutel reichlich Moschus, einen Duftstoff. Weitere Duftstoffe sondern die Analdrüsen im Bereich der Schwanzwurzel ab. Den Moschustieren fehlen die Voraugen- und Zwischenzehendrüsen, die bei den übrigen Hirschen vorhanden sind.

Die Seitenzehen der Moschushirsche sind gut entwickelt; sie berühren in normalem Lauf den Boden und können weit abgespreizt werden. Zwischen den Hauptzehen befindet sich eine Spannhaut.

Gestalt
Das Moschustier ist mit einer Widerristhöhe von 55 cm verhältnismäßig klein; sein Gewicht liegt demgemäß um 15 kg. Es ist hinten überbaut wegen seiner langen Hinterbeine. Das dichte Fell hat keine Unterwolle; die Haare sind rauh und brüchig. Der kleine Kopf mit großen, gerundeten Ohren sitzt auf einem sehr beweglichen Hals. Der kurze, dreieckige Schwanz ist buschig behaart, beim Männchen trägt er eine Endquaste.

Die Färbung variiert von dunkelbraun über rot- nach gelbbraun. Einige Tiere haben am Hals und Rücken helle Flecken und Streifen. Die Kitze sind weiß gefleckt.

Lebensraum
Moschushirsche leben in feuchten Gebirgswäldern Mittel- und Ostasiens; sie bevorzugen Gelände mit steilen Hängen. Typisch sind unterholzreiche Nadelwälder und Rhododendrongebüsche. Im Sommer steigen Moschustiere bis zu den Schneefeldern hinauf und kommen gewöhnlich nicht unter 2500 m hinab.

Lebensweise
Moschustiere leben einzeln oder paarweise. Muttertiere führen etwa 1 Jahr lang 1 oder 2 Junge. Die Tiere sind vorwiegend nachts oder in der Dämmerung aktiv. Tagsüber ruhen sie in selbstgescharrten Mulden, die an die Sasse eines Hasen erinnern. Moschustiere benutzen feste Wechsel, die durch Duftmarken gekennzeichnet werden. Innerhalb ihres Reviers suchen sie bestimmte Kotplätze auf. Nach dem Kotabsetzen scharren sie mit den Vorderläufen Sand oder Erde über den Kothaufen.

Dieser kleine Hirsch ist außerordentlich beweglich. Er klettert über Geröll und Felsen, läuft über weichen Sumpfboden oder lockeren Schnee und erklimmt sogar schrägstehende Bäume. Er springt ausgezeichnet und setzt in schnellem Lauf die Hinter- vor die Vorderfüße. Die Gangart wirkt wie ein Hüpfen. Da auch die Afterzehen aufgesetzt werden, ist das Trittsiegel mit den 4 Schalenabdrücken unverkennbar. Moschustiere sind gute Schwimmer. Sie können sich auf die Hinterbeine erheben und in dieser Haltung fast eine halbe Minute lang stehen. Gelegentlich stützen sie sich dabei mit ihren Vorderbeinen an einer senkrechten Fläche ab.

Die große Beweglichkeit des Körpers der Moschustiere kommt bei der Fellpflege zur Geltung. Sie erreichen mit der Zunge oder den Läufen nahezu jede Körperstelle. Zuweilen hockt ein Moschustier mit aufgestellten Vorderläufen auf seinen Hinterkeulen. Es erinnert in dieser Haltung an ein Känguruh.

Die Stimme ist ein lautes Zischen oder Pfeifen.

Fortpflanzung
Moschustiere paaren sich im beginnenden Winter (Oktober bis Dezember). Die Böcke kämpfen miteinander, indem sie sich mit den dolchartigen oberen Eckzähnen an Hals, Rücken und Flanken zu verletzen suchen. Sie umschlingen sich dabei oftmals mit den Hälsen. Alte Männchen tragen Narben von solchen Kämpfen. In der Brunst verströmen die Böcke einen intensiven Moschusgeruch, der auch für menschliche Nasen auf einige Entfernung deutlich wahrzunehmen sein soll.

Nach rund 160 Tagen Tragzeit setzt das Weibchen 1 oder 2 weißgefleckte Kitze. Die Jungen sind Ablieger, die sich zwischen Felsen oder im Gebüsch verborgen halten. Mit einem Jahr sind Moschustiere fortpflanzungsfähig, aber erst mit 3 Jahren ganz erwachsen. Der Moschusbeutel der Böcke hat dann seine volle Größe erreicht.

Bedeutung für den Menschen
Vom Moschustier wird hauptsächlich die Moschusdrüse verwertet. Der Moschusbeutel eines erwachsenen Bockes enthält etwa 30 g des salbenartigen Duftstoffes. Moschus ist für die Herstellung von Parfüm von Bedeutung, wenn auch in der Gegenwart durch künstliche Duftsubstanzen die Gewinnung von Moschus überflüssig geworden ist. Dennoch werden Moschustiere in der Volksrepublik China in Farmen zur Moschusgewinnung gehalten.

Gefährdung
Die Bestände des Moschustiers gehen infolge von Lebensraumzerstörung und Bejagung zurück.




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