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Nandus

Rheidae

Herkunft: Südamerika

Die Nandus sind südamerikanische Laufvögel, die in den Grassteppen des Tieflandes, der Pampa und in den Hochebenen der Gebirge leben; felsige Gebirgslandschaften und Urwälder meiden sie als echte Steppenvögel ganz. Vergleicht man sie mit den übrigen Laufvögeln (Kasuare, Kiwis, Strauße), so sehen sie am ehesten den afrikanischen Straußen ähnlich, sind aber nicht enger mit ihnen verwandt, denn der Bau der Füße, des Beckens und des Gaumens weichen ab. Oft werden die beiden Arten, der Gewöhnliche Nandu (Rhea americana) und der kleine Darwin-Nandu (Pterocnemia pennata) auch als »Südamerika-Strauße« oder »Pampas-Strauße« bezeichnet.

Allgemeine Merkmale
Nandus sind sehr schnelle Läufer. Ihre Füße tragen drei Zehen, die Hinterzehe fehlt. Während die normale Schrittweite 50-60 cm beträgt, kann sie bis zu 1,5 m gesteigert werden, wenn der Vogel sich einer Gefahrensituation entziehen will. Die kräftigen Beine bewegen sich dann so schnell, daß man die einzelnen Schritte gar nicht mehr erkennen kann. Im schnellen Lauf heben die Nandus zudem ihre für Laufvögel relativ gut entwickelten Flügel mit den langen, weichen Federn an und können hiermit steuern. So wird es ihnen auch möglich, ruckartig die Bewegungsrichtung zu ändern (sie »schlagen Haken«), indem sie einen Flügel anheben, den anderen aber eng an den Körper anlegen.

Sämtliche Federn sind einfach (ohne Afterschaft) und weich. Die Nandus sind an Kopf, Hals, Rumpf und Schenkeln befiedert, nur die Augengegend und die Ohröffnung bleiben frei. Charakteristisch sind die steifen Borstenwimpern an den Augenlidern. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum in der Färbung des Gefieders, wohl aber in der Größe (die Henne bleibt kleiner).

Gefährdung
Einzelne Unterarten der Nandus sind gefährdet und werden deshalb durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unter Schutz gestellt.

Gewöhnlicher Nandu (Rhea americana)
Während der Balzzeit stößt der Hahn einen tiefen und weittragenden Ruf aus, auf dessen Klangbild der indianische Name »Nan-du« zurückzuführen ist. Bevor der Ruf ertönt, wird der Hals für kurze Zeit stark aufgebläht (Strauß). Auch durch verschiedene Balztänze macht er auf sich aufmerksam. Während jeder Nebenbuhler aus seinem Revier hartnäckig vertrieben wird, sammelt der Hahn 5-7 Hennen um sich, denn er ist polygam.

Brutpflege
Die Brutpflege ist allein Sache des Männchens. Der Hahn legt eine möglichst verborgen liegende Bodenmulde mit wenigen Pflanzenteilen aus; die Mulde hat er entweder selbst gescharrt oder auch schon vorgefunden. Jede der Hennen legt dann in zweitägigem Abstand ihre 15-20 Eier dicht neben das Nest; erst vom Hahn werden sie in die Mulde gerollt. Hierbei gehen wohl Eier verloren, denn ein durchschnittliches Gelege enthält nur 10-15 Eier. Es wurden auch größere Gelegezahlen festgestellt (bis zu 80 Eier), die aber aufgrund ihrer Abmessungen (ein Ei ist rund 135 x 95 mm groß und 530-680 g schwer) gar nicht gleichzeitig bebrütet werden können. Nur am Tage verläßt der Hahn das Gelege in unregelmäßigen Abständen, um nach Nahrung zu suchen. Die Hennen halten sich während der Brutzeit weit entfernt, aber immer noch innerhalb der Reviergrenzen auf.

Wenn die Jungen nach 37-45 Tagen schlüpfen, werden sie noch ungefähr 5 Wochen allein vom Hahn geführt. Sie wachsen sehr schnell heran. Später gesellen sich die Hennen wieder dazu; auch schließen sich mehrere Familien zusammen, die gemeinsam die Pampa durchstreifen. Dabei werden kaum größere Wanderungen durchgeführt.

Gestalt
Fünf Unterarten des Nandus sind in den Grassteppen Südamerikas verbreitet, die sich in der Färbung des Gefieders unterscheiden. Kopf, Vorderbrust und Hals sind meist schwarz gefärbt, der Rücken, die Brustseiten und die Flügel graubraun. Die Weibchen sind etwas kleiner und haben gegenüber den Männchen (um 150 cm Gesamthöhe, 100 cm Rückenhöhe) ein etwas helleres Gefieder.

Nahrung
Neben Gräsern und Kräutern ernähren sich die Nandus auch von Insekten und anderen Wirbellosen. Damit werden sie leicht zu Nahrungskonkurrenten für weidende Haustiere und deshalb in zunehmendem Maße durch Weidezäune »ausgesperrt«. Auf der anderen Seite verzehren sie gern unreife Früchte der sich immer weiter ausbreitenden Disteln, deren »Kletten« sich sonst in der Wolle der Schafe festsetzen.

Feindverhalten
Als erwachsene Tiere haben die Nandus keine natürlichen Feinde, dagegen werden die Jungvögel schon häufiger von einem Raubtier oder Greifvogel gepackt. Diese Jungen ducken sich deshalb auch in den Boden, solange sie nicht fähig sind, schnell genug davonzulaufen. Die Nandus haben zudem gut entwickelte Gehör- und Gesichtssinne, so daß Feinde meist früh genug wahrgenommen werden. Außerdem halten sie sich, gegenseitig sichernd, auch gern in Gesellschaft des scheuen Pampashirsches auf.

Darwin-Nandu (Pterocnemia pennata)
Der Darwin-Nandu bleibt mit etwa 90 cm Rückenhöhe (Männchen) kleiner als der Gewöhnliche Nandu.

Lebensweise
Eine Unterart des Darwin-Nandus bewohnt die Hochebenen der Anden (3500-4000 m Höhe), die zweite den Süden Argentiniens bis Feuerland. Hier treten die Vögel in kleinen Gesellschaften von 2-6 Tieren recht häufig auf. Wahrscheinlich entspricht die Lebensweise der des Gewöhnlichen Nandus, als Anpassung an die kälteren Höhenlagen lagern sie jedoch stärkere Fettschichten ein.




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