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Rüsselspringer

Macroscelididae

Herkunft: Afrika

Die Rüsselspringer sind eine Gruppe tagaktiver Wüstenbewohner. Sie sind in der Gestalt kaum mit anderen Tierformen zu vergleichen. Lange wurden sie zur Ordnung der Insektenfresser (Insectivora) gezählt, doch seit einiger Zeit stellt man sie aufgrund ihrer Eigenheiten in eine eigene Ordnung, die nur die eine Familie der Rüsselspringer enthält. Diese wird in 2 Unterfamilien unterteilt, die Riesenelefantenspitzmäuse oder Rüsselhündchen (Rhynchocyoninae) mit 3 Arten und die Elefantenspitzmäuse (Macroscelidinae) mit etwa 12 Arten.

Gestalt
Die Rüsselspringer sind zwischen knapp 10 cm und gut 30 cm lang, hinzu kommt ein Schwanz von 8 bis über 25 cm. Die größten Arten sind die Rüsselhündchen, die kleinsten der Kurzohrrüsselspringer und die Elefantenspitzmäuse.

Das Auffallendste an der Gestalt der Rüsselspringer ist der dünne bewegliche Rüssel. Er kann nach oben oder unten, zur Seite oder in Kreisbewegungen geführt werden. Den längsten Rüssel haben die Rüsselhündchen (Gattung Rhynchocyon).

Der Körper der Elefantenspitzmäuse ist zwar mäuseähnlich, jedoch sind die Beine kräftiger und der Kopf ganz anders geformt. Er mündet in den erwähnten kurzen, griffelförmigen Rüssel und ist am Halsansatz sehr hoch. Er ähnelt von der Seite einem gleichseitigen Dreieck, in dessen Zentrum das knopfartige Auge liegt. Die Hinterbeine sind ein klein wenig verlängert, die Fersen liegen sehr hoch. Der Mittelfußknochen ist stark verlängert, ohne jedoch ein eigentliches Hüpfbein, wie bei den Springmäusen, zu bilden.

Ganz außergewöhnlich sehen die Rüsselhündchen aus. Sie sind hochbeiniger als ihre Vettern und haben einen etwas schlankeren Körper. Kopf, Schnauze und Rüssel sind lang ausgezogen. Die Nase erreicht trotz der langen Beine auch im Stehen den Boden, ohne daß der Kopf eigens gesenkt werden müßte.

Lebensraum
Die Rüsselspringer bevorzugen trockenes Gelände und Wüstenzonen. Der Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) lebt in Südwestafrika und in der Kap-Provinz, in felsigen Bergregionen oder in Sandfeldern und Dornbuschsteppen. Wie alle Springrüßler, hält er sich überwiegend in der Nähe von Felsspalten, Höhlen oder anderen Schlupfwinkeln auf, um bei Gefahr schnell in Deckung zu gehen.

Die Rüsselratten bevorzugen Dickichte und besiedeln auch den dichten Busch oder Wald, z. B. die Waldrüsselratte (Petrodromus sultan). Häufig werden von ihnen Erdbaue angelegt. Rüsselratten sind über die gesamte südliche Hälfte der Afrikanischen Kontinente verbreitet.

Die Elefantenspitzmäuse bewohnen trockene Dornbuschsteppen und Grasland, aber auch lichte Wälder mit dichtem Unterholz, z. B. der Kurznasenrüsselspringer (Nasalio brachyrhynchus), oder Berge und Flachland mit sandigen oder felsigen Bereichen (Gattung Elephantulus). Sie haben mit ihren verschiedenen Arten ganz Afrika besiedelt.

Waldgebiete, aber auch Grasland und Rohrbestände werden von den Rüsselhündchen (Gattung Rhynchocyon) bevorzugt. Sie kommen südlich des Kongos und von Kenia bis nach Moçambique vor.

Lebensweise
Die Rüsselspringer sind vorwiegend tagaktiv. Nur wenn es tags zu heiß wird oder wenn tagaktive Räuber, wie zum Beispiel die Greifvögel, im Gebiet überhandnehmen, werden die Aktivitätszeiten in die Dämmerungsstunden verlagert.

Ein Teil der Rüsselspringer lebt sozial. Der Kurznasenrüsselspringer (Nasalio brachyrhynchus) lebt dagegen als Einsiedler. Der Kurzohrrüsselspringer (Macroscelides proboscideus) bevorzugt die Einehe. Die Elefantenspitzmäuse leben sozial, in kleinen Gruppen oder Kolonien.

Alle Rüsselspringer verstecken sich in irgendwelchen Unterschlupfen, Löchern oder Höhlen. Manchmal werden Erdbaue anderer Tierarten übernommen oder eigene Baue angelegt. Die Rüsselhündchen polstern natürliche Höhlen aus.

Die meisten Rüsselspringer haben eine leicht hüpfende Fortbewegungsweise. Nur die Rüsselhündchen rennen und springen sehr schnell durch das Unterholz. Es macht einen fast nervösen Eindruck, wenn ein solches Tierchen, überall herumschnüffelnd, hastig hin- und herläuft. Nasen und Ohren sind in dauernder Bewegung. Fortwährend geben sie leise quiekende Geräusche ab. Auch die anderen Rüsselspringer quieken oder machen, wie die Rüsselratten, Geräusche, die an das Zirpen von Grillen erinnern.

Nahrung
Die Rüsselspringer ernähren sich überwiegend von Insekten, aber auch von Wurzeln und Beeren.

Der Kurzohrrüsselspringer sucht Insekten, besonders Ameisen und Termiten, aus Ritzen oder Spalten und ist dank seines guten Gesichtssinnes auch in der Lage, fliegende Beute zu erlangen. Die größeren Rüsselhündchen erbeuten kleine Säugetiere und Vögel und nehmen auch Eier oder Schnecken auf. Aber auch verschiedene Insekten, besonders große Käfer, werden von den Rüsselhündchen gefressen. Neben den Kurzohrrüsselspringern ernähren sich auch die Elefantenspitzmäuse bevorzugt von Ameisen und Termiten.




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