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Schwertträger

Xiphophorus

Herkunft: südöstliches Mexiko

Der Echte Schwertträger (Xiphophorus helleri helleri) ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Aquarienfische überhaupt. Seine Heimatgewässer liegen im südöstlichen Mexiko, in Guatemala und in Honduras, wo er als reine Süßwasserart nur auf der atlantischen Seite vorkommt. Neben der helleri-Unterart leben noch 3 weitere Unterarten im Verbreitungsgebiet.

Gestalt
Das namengebende Merkmal der gesamten Gattung ist das »Schwert«, eine auffällige Verlängerung der unteren Schwanzflossenstrahlen beim Männchen. Dieses Schwert ist nur beim Echten Schwertträger und beim Montezuma-Schwertträger annähernd auf Körperlänge ausgezogen, während es bei den anderen Arten der Gattung nicht so deutlich ausgeprägt ist.

Das Weibchen des Echten Schwertträgers wird mit bis zu 12 cm Länge deutlich größer als das schlankere, gestrecktere Männchen, das ohne Schwert bis 8 cm mißt. Die Grundfarbe der Normal-(Wild-)form ist ein schillerndes Braungrün. Vom Kiemendeckelrand verläuft in Körpermitte ein dunkel eingefaßter, hellroter Längsstreifen, der beim Männchen in den Schwertfortsatz übergeht und beim Weibchen an der Schwanzflossenbasis endet. Das Schwert selbst ist auffällig gelb, orangerot oder leuchtend grün und stets schwarz eingesäumt.

Fortpflanzung
Das Fortpflanzungsverhalten weicht geringfügig von dem der anderen Lebendgebärenden Zahnkarpfen ab. Die Männchen bedrängen die Weibchen sehr lebhaft und ausdauernd. Ob dabei dem bunten Schwertfortsatz eine besondere Signalfunktion zukommt, ist unter den verschiedenen Autoren umstritten. Während des Liebesspieles vollführen die Männchen eigenartige Wiegebewegungen (Wiegebalz). Die Weibchen gebären pro Wurf bis zu 180 Jungfische.

Geschlechtsumwandlung
Sämtliche jungen Schwertträger sind zunächst weiblich oder besser gesagt, vorweiblich und entwickeln sich erst mit Eintritt in die Geschlechtsreife entweder zu normalen, fruchtbaren Weibchen, oder aber sie wandeln sich zu Männchen um. Wenn die Umwandlung zum Männchen mit dem Erlangen der Geschlechtsreife erfolgt, entstehen die kleineren, sogenannten Frühmännchen. Kommt es zur Umwandlung aber erst, nachdem die Tiere eine Zeitlang als geschlechtsreife Weibchen gelebt haben, dann erhalten wir die größeren Spätmännchen. Die weiblichen Merkmale (gedrungener Körperbau, Trächtigkeitsfleck, Eierstöcke) degenerieren, während die männlichen Merkmale (Hoden, Schwertfortsatz) mehr und mehr hervortreten.

Zuchtformen
Schwertträger sind wie viele Lebendgebärende Zahnkarpfen von Natur aus variabel und lassen sich leicht mit verwandten Arten kreuzen. Langjährige Kreuzungsversuche haben zu einer fast unübersehbaren Formenvielfalt geführt. So ist der schöne Rote Schwertträger eine Kreuzung der braungrünen Normalform des Echten Schwertträgers mit dem roten Farbspiel des nah verwandten Platys (Xiphophorus maculatus). Der Grüne Schwertträger mit der schwärzlichen Flossenzeichnung ist ein Produkt aus dem Echten Schwertträger (braungrün) mit der Wagtail-Spielart des Platy.

Besonders prächtige Zuchtformen sind die hochflossigen Simpson-Schwertträger, von denen neuerdings zahlreiche weitere Farbspiele herausgezüchtet wurden, wie der Wagtail-Simpson-Schwertträger und der Tuxedo-Simpson-Schwertträger. Das Simpson-Merkmal (schleierförmige Rückenflosse) ist dominant und beruht auf einer Fehlfunktion der Hyphophyse, die ja bekanntlich das Körperwachstum reguliert. Auch Doppelschwertträger, bei denen die oberen und die unteren Schwanzflossenstrahlen ausgezogen sind, gibt es inzwischen im Handel. Die Zuchtformen gelten insgesamt als wärmebedürftiger und empfindlicher als die Ausgangsformen.

Weitere Arten
Die bekanntesten Arten neben dem Echten Schwertträger ist der bereits erwähnte Platy (Xiphophorus maculatus), von dem ebenfalls viele Zuchtformen existieren.

Sehr variabel in der Zeichnung ist auch der hübsche Papageien-Platy (X. variatus, Männchen bis 5,5 cm, Weibchen bis 7 cm), der in Mexiko mit vielen Standortformen nördlich an das Verbreitungsgebiet des Platy anschließt.

Der relativ unscheinbare Montezuma-Schwertträger (X. montezumae, Männchen bis 3,5 cm, Weibchen bis 6,5 cm) aus Nordostmexiko wird bei uns als Art kaum gepflegt, dagegen aber häufig zur Einkreuzung für neue Zuchtformen benutzt.

Der kleine Zwergschwertträger (X. pygmaeus, bis 4 cm) kommt nur in einem engbegrenzten Verbreitungsgebiet, im Rio Axtla im nordöstlichen Mexiko vor, wo er im Gegensatz zu anderen Schwertträgern des gleichen Lebensraumes (X. montezumae, X. variatus) tiefe und stark strömende Wasserschichten bevorzugt.




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