World of AnimalsWorld of AnimalsE-mail: beratung@ch-edit.de




Seremia

Cariamidae

Herkunft: Südamerika

Zwei Arten sehr eigentümlicher, großer südamerikanischer Bodenvögel bilden eine eigene Familie der Kranichvögel, die von einigen Autoren jedoch in eine gesonderte Ordnung der Vögel gestellt wird. Ausgestorbene Riesenformen aus den tertiären Ablagerungen Süd- und Nordamerikas sowie aus Europa sind wahrscheinlich die nächsten Verwandten der Seriëmas gewesen. Diese teilweise über 2 m großen Tiere haben höchstwahrscheinlich räuberisch gelebt. Mit ihren gewaltigen Schnäbeln müssen diese flugunfähigen »Riesenkraniche« auch größere Beutetiere mühelos bewältigt haben können.

Seriëma
Die 80-90 cm große (Scheitelhöhe) und etwa 1 m lange Seriëma (Cariama cristata) lebt in den baum- und buschbestandenen Ebenen von Bolivien und Südbrasilien bis nach Argentinien und Uruguay. Auffällige Merkmale dieses überwiegend graubraun befiederten Vogels sind seine langen, orangeroten Beine und der ebenso gefärbte, kräftige Schnabel mit seiner hakig nach unten gebogenen Spitze. An der oberen Schnabelwurzel stehen lange, schräg nach oben vorne gebogene, borstenartige Federn. Hinter dieser Haube beginnt auf jeder Kopfseite eine hellblaue, nackte Hautpartie, die weit um das gelbe Auge herumzieht. Der lange Schwanz trägt am Ende ein breites weißes Band.

Lebensweise
Seriëmas jagen meist paarweise auf dem Boden nach größeren Insekten, Reptilien (»Schlangenstörche«) und anderen kleinen Wirbeltieren, nehmen aber auch Früchte im begrenzten Maße auf. Nach Abschluß der Brutzeit bleiben die 2-3 Jungen oft noch länger im Familienverband mit den Altvögeln zusammen. Mit ihren verhältnismäßig kurzen, abgerundeten Flügeln vermögen Seriëmas nicht sonderlich gut zu fliegen; sie bringen sich als vorzügliche Läufer lieber zu Fuß in Sicherheit. Zum Übernachten und Brüten aber fliegen diese großen Vögel auf Bäume. Werden sie dort gestört, so gleiten sie auf den Boden herab und laufen schnell davon.

Fortpflanzung
Ihre Nester errichten Seriëmas auf Bäumen und Büschen einige Meter über dem Erdboden, indem sie Zweige in Astgabeln stapeln und die Nistmulde mit Erde auskleiden. Häufig wird derselbe Niststandort mehrere Jahre hintereinander benutzt. Beide Altvögel bebrüten abwechselnd etwa 24 Tage lang die beiden Eier (6,3x4,8 cm); dann schlüpfen die bedunten und sehfähigen Jungen. Beide Eltern versorgen sie mit Nahrung, bis die graubraun-gelb befiederten Jungvögel nach gut 2 Wochen auf den Erdboden klettern. Nur ausnahmsweise legen Seriëmas auch Bodennester an. Zum Winter hin unternehmen die Vögel ausgedehnte Wanderungen in Gebiete mit wärmerem Klima. Wenn Seriëmas im Frühjahr ihre Brutgebiete wieder besetzen (oft auch in höheren Gebirgslagen der Andenausläufer), schallen besonders in den Dämmerstunden die charakteristischen Rufe der balzenden Männchen weithin. Der männliche Vogel führt bei Begegnungen mit seinem Brutpartner Balztänze auf, wobei er die Flügel weit spreizt und den langen Schwanz auffächert.

Tschunja
Etwas kleiner als die Seriëma bleibt mit 75-80 cm Länge und knapp 60 cm Scheitelhöhe die Chunja oder Tschunja (Chunga burmeisteri) aus den trockenen Buschsavannen Paraguays und Nordargentiniens. Ihr Gefieder ist (mit Ausnahme der weißen Bauchseite) etwas dunkler als das der Seriëmas, auch fehlen die großen Haubenfedern am Vorderkopf. Die nackte Augenumgegend hebt sich weißlich ab, Beine und Schnabel sind bei den Chunjas schwarz. In ihren Lebensgewohnheiten gleichen sie weitgehend den Seriëmas, nur leben Chunjas wohl noch weniger gesellig.




Die World-of-Animals ist ein Projekt der Firma [ch@IT] Internet Komplettservice
Suchmaschinenoptimierung, Programmierung, WebHosting