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Springhase

Pedetes capensis

Herkunft: Afrika

Die systematische Stellung des Springhasen als einzigen Vertreters seiner Familie hat den Zoologen schon viel Kopfzerbrechen bereitet. Verwandtschaftliche Beziehungen vermutete man zunächst zu Springmäusen, dann gar zu Stachelschweinen. Heute stellt man ihn in die Verwandtschaft der Dornschwanzhörnchen.

Gestalt
Die Springhasen sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 35-40 cm etwa hasengroß mit einem 40-50 cm langen, buschigen Schwanz. Allein die absonderliche känguruhartige Gestalt zeigt uns, wie schwierig es ist, den Springhasen innerhalb der Nagetiere einzuordnen. Während der kurze Kopf mit den 7-8 cm langen, löffelartigen Ohren einem Hasenkopf ähnelt, erinnern die kurzen Vorderbeine und die verlängerten, kräftigen Hinterbeine genauso wie der lange, buschige Schwanz an Springmäuse oder kleine Känguruhs.

Färbung
Die gelb- bis rotbraune, lang und weich behaarte Decke ist in der Farbe gut an sandigen Boden angepaßt. Die Endquaste des Schwanzes ist dunkler, braunschwarz, gefärbt. Unterseits ist das Fell heller.

Fortbewegung
Auch die Fortbewegungsweise erinnert sehr an Springmäuse oder Känguruhs. Der auf und ab wippende Schwanz dient beim Springen und Hüpfen auf den Hinterbeinen als Stabilisator für den sonst vorderlastigen Körper. Die Vorderbeine werden während des Sprungs dicht unter das Kinn gezogen. Springhasen können enorme Sätze bis zu 8 m machen.

Wenn die Tiere äsen oder nur langsam herumlaufen, bewegen sie sich auf allen vieren. Im Sitzen verhindert der henkelartig aufgestützte Schwanz ein »Hintüberkippen«.

Lebensraum
Der Springhase lebt im südlichen und in Teilen des östlichen Afrikas bevorzugt in Gewässernähe auf sandigen, mit nur wenig Strauchwerk bestandenen, offenen Flächen. Sein Vorkommen hängt in starkem Maße von der Beschaffenheit des Bodens ab. Nur auf lockerem Untergrund, der sich gut zum Graben eignet, finden wir die Tiere in größerer Anzahl und dann oft zu losen Kolonien vereinigt. Fester, harter Boden wird gemieden.

Lebensweise
Springhasen kommen nur nachts aus ihren selbstgegrabenen Erdbauten. Sie springen meist mit einem Satz aus ihrer Höhle heraus, wohl um etwaigen Feinden zu entgehen, die am Eingang des Baues lauern könnten. In der Wohnkammer des oft komplizierten Bausystems wird kein Nest errichtet. Beim Graben legen sich die langen Ohrmuschelränder des Springhasen so aneinander, daß kein Sand ins Ohr einzudringen vermag. Die losgewühlte Erde wird vor dem Haupteingang ausgeworfen.

Nahrung
Springhasen sind sehr vorsichtig und schreckhaft. Sie prüfen stets genau die Umgebung, bevor sie sich an die Nahrungssuche machen. Die großen Nachtaugen und das durch die langen Löffel und große Gehörblasen besonders empfindliche Gehör kommen ihnen dabei sehr zustatten. Während Trockenperioden suchen sie besonders nach Knollen und Wurzeln, die sie mit Krallen und Schneidezähnen ausgraben. Dabei ziehen sich die Lippen so hinter den Nagezähnen zusammen, daß in die übrige Mundhöhle keine Erde gelangt. Sie verzehren außerdem Gräser, Kräuter, Laub und Sämereien und richten gelegentlich auch Schaden auf Mais-, Kartoffel- und Erdnußfeldern an. Wohl nur als Beikost werden auch kleine Insekten gefressen.

Feinde
Springhasen haben viele Feinde. Besonders Honigdachse, verschiedene katzenartige Raubtiere wie Ginsterkatze, Falbkatze und Serval sowie Schakale, Warane, Schlangen und Eulen machen während der Nacht Jagd auf Springhasen. Bei Gefahr flüchten die Tiere stets mit weiten Sätzen zu ihrem Bau zurück. Dort schützen sie sich tagsüber, indem sie die Baueingänge mit Sand zuschütten.

Fortpflanzung
In Anbetracht der großen Feindesschar erscheint die Vermehrungsrate mit nur einem Jungen jährlich pro Weibchen erstaunlich gering. Nur selten gibt es einmal Zwillingsgeburten. Die Tragzeit währt rund 2,5 Monate. Das Junge kann schon unmittelbar nach der Geburt auf den Hinterbeinen sitzen und öffnet nach 2 Tagen die Augen.

Bestand
Springhasen sind gebietsweise häufig.




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