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Truthühner

Meleagridinae

Herkunft: Amerika

Die beiden rezenten Arten der Truthühner, das Wildtruthuhn und das Pfauentruthuhn, sind die einzigen wildlebenden Vertreter der Fasanenartigen in der Neuen Welt; weitere 7 Arten sind aus fossilen Funden bekannt.

Wildtruthuhn (Meleagris gallopavo)
Dieser größte Hühnervogel (Körperlänge 100 bis 125 cm, davon Schwanzlänge 40-50 cm; Gewicht je nach Unterart 7-17 kg) wurde in ganzen Teilen seines Verbreitungsgebietes ausgerottet, konnte aber in vielen Fällen wieder angesiedelt werden. So ist das Truthuhn heute in den lichten Mischwäldern von Südmexiko bis etwa 40° nördlicher Breite anzutreffen. Man unterscheidet nach Größe und Färbung 7 Unterarten, die sich auch unterschiedlichen Höhenlagen angepaßt haben.

Bis zu den Unabhängigkeitskriegen waren die Wildtruthühner in den Vereinigten Staaten so häufig, daß sie wesentlich zur Ernährung für die europäischen Einwanderer beitragen konnten. Benjamin Franklin wollte den Truthahn - anstelle des heutigen Weißkopfseeadlers - sogar zum Wappentier der USA machen.

Merkmale
Gegenüber dem metallisch schimmernden, bronzefarbenen Rückengefieder und dem graubraunen bis schwarzen Bauch sind der Kopf und der Hals des Hahnes nackt und blau bis rötlich gefärbt. Charakteristisch sind die roten, warzenähnlichen Hautlappen an Kopf und Hals sowie ein langer, blasser Schwellkörper am Grunde des Oberschnabels; bei der Balz steht dieser Schwellkörper aufrecht und färbt sich glänzend rötlich-blau. Die dunkelbraunen Flügel weisen eine grün und gelb schillernde Bänderung auf. Im Gegensatz zum matter gefärbten Weibchen sind die Füße des Hahnes gespornt.

Lebensweise
Die Truthühner sind ausgesprochene Waldbewohner, die ihre Nahrung überwiegend am Boden finden. Hierzu zählen Früchte und Samen ebenso wie kleinere Wirbeltiere, Würmer, Schnecken und Insekten. Dabei schreiten sie außerhalb der Brutzeit in nach Geschlechtern getrennten Schwärmen durch das Unterholz und stöbern ihre Beute vor sich auf. So durchwandern sie im Winterhalbjahr tagsüber größere Landstriche und übernachten im Schutz vor Raubtieren gesellig auf Bäumen (Schlafplätze). Trotz ihres hohen Gewichts sind die Truthühner recht gute Flieger, machen aber nur selten von ihrem Flugvermögen Gebrauch.

Fortpflanzung
Im Frühjahr kehren die Truthühner an ihre Brutplätze zurück. An - meist festgelegten - Balzplätzen versuchen die geschlechtsreifen Hähne, durch ausführliche Balzhandlungen möglichst viele Hennen auf sich aufmerksam zu machen. Die Hautlappen an Kopf und Hals schwellen stark an, das Obergefieder wird ebenso wie der Schwanz hoch aufgerichtet und gespreizt. Nun stolziert der Hahn umher, stößt laute, kollernde Rufe aus und schlägt die Flügel kraftvoll auf den Boden. Dabei wird jeder andere Hahn, der in seine Nähe kommt, erbarmungslos angegriffen.

Die angelockten Hennen verlassen den Balzplatz unmittelbar nach dem Tretakt. Es besteht keinerlei soziale Bindung zwischen den Geschlechtspartnern. Während die Hennen sich später um die Brut kümmern, bilden die Hähne zusammen mit den noch nicht geschlechtsreifen Tieren lockere Verbände, die sich abseits von jeglichem Brutgeschehen aufhalten.

An versteckten Plätzen scharrt die Henne eine Bodenmulde und polstert sie spärlich mit Pflanzenteilen aus. Das Gelege besteht aus mindestens 8, meist aber mehr (15-20) Eiern. Nach 28 Tagen schlüpfen die Jungen und verlassen bald das Nest. Auch wenn sie schon nach 14 Tagen flugfähig geworden sind, werden sie noch von der Henne gehudert. Die Jungvögel trennen sich erst im nachfolgenden Frühjahr von der Mutter.

Pfauentruthahn (Agriocharis ocellata)
Das Verbreitungsgebiet des Pfauentruthuhns ist viel enger begrenzt und umfaßt nur die subtropischen Niederungen. Die Art ist sehr selten und wurde erst 1920 entdeckt. Insgesamt dem Wildtruthuhn sehr ähnlich, bleiben die Pfauentruthühner aber etwas kleiner, und das metallisch glänzende Gefieder wirkt dunkler (Hahn: Körperlänge 90-100 cm). Ihren Namen verdanken diese Vögel den auffälligen Augenflecken am Ende der langen Schwanzfedern.

Haustruthuhn
In Mexiko und im Südwesten der USA wurden die Wildtruthühner schon früh von den Indianern domestiziert. So fanden die spanischen Eroberer sie als Haustiere vor und brachten sie mit nach Europa (1518-1524). Später versuchte man auch die Wildform in Teilen Europas einzubürgern, hat aber bis heute trotz gründlicher Hege nur lokale Erfolge erzielt.

Das Haustruthuhn oder die »Pute« zeigt gegenüber der Wildform wesentliche Unterschiede in Verhalten und Körperbau; so erreichen einige Zuchtrassen bis zu 22,5 kg Körpergewicht. Allgemein bekannt ist heute die kleine weiße Pute (»Babypute«), die leicht gezüchtet werden kann und schnell heranwächst.




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