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Turakos

Musophagidae

Herkunft: Afrika

Turakos sind eine von den anderen Kuckucksvögeln klar unterscheidbare Familie baumbewohnender, mittelgroßer Vögel aus den Wald- und Buschregionen Afrikas. Das Gefieder der meisten Arten ist überwiegend grün bis bläulich mit metallischem Schimmer, die Handschwingen heben sich davon leuchtend rot ab. Beide Gefiederfarben kommen nicht durch Lichtbrechungen an bestimmten Federstrukturen zustande, sondern beruhen auf 2 verschiedenen und nur den Turakos eigenen Farbstoffen, dem grünen »Turacoverdin« und dem roten, kupferhaltigen »Turacin«.

Lebensweise
Turakos ernähren sich fast ausschließlich von Pflanzenstoffen, darunter Baumfrüchte, Samen, Beeren und frische Triebe. Die Brutperioden dieser tropischen und subtropischen Vögel beginnen - je nach Verbreitungsgebiet - zu recht unterschiedlichen Jahreszeiten.

Fortpflanzung
Das Nest der Turakos ist ein flacher Bau aus Zweigen und wird hoch oben in den schützenden Baumkronen angelegt. Meist besteht das Gelege dieser Vögel aus 2-3 reinweißen oder leicht grünlich bis bläulich getönten Eiern, die von beiden Eltern etwa 3 Wochen lang erbrütet werden. Die Jungvögel tragen ein dichtes, grau bis schwarz gefärbtes Dunenkleid und werden von beiden Altvögeln mit hochgewürgter Nahrung gefüttert. Schon nach wenigen Tagen können sie im umliegenden Geäst umherklettern; flügge sind die Jungvögel im Alter von 4-6 Wochen.

Arten
Als artenreichste Gattung der Familie bevölkern Helmturakos (Gattung Tauraco) die geschlossenen Waldgebiete, während die überwiegend grau befiederten Lärmvögel (ihnen fehlen die beiden oben erwähnten Farbstoffe völlig) in den offeneren Landschaften Afrikas zu Hause sind.

Helmturakos
Es werden 10-14 Arten der Gattung Helmturakos (Tauraco) unterschieden. Es sind etwa 35-45 cm große, langschwänzige Vögel mit einer aufrichtbaren Federhaube auf dem Scheitel. Die vorherrschenden Gefiederfarben sind Grün und Blau, meist hat das Gefieder einen metallischen Glanz. Die Handschwingen (Schwungfedern) heben sich leuchtend dunkelrot vom restlichen Federkleid ab, außerdem tragen Schnabel, Augenumgebung und der Federkopfschmuck markante farbige Abzeichen. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt und auch gleich groß.

Lebensweise
Bei der Balz stellen Helmturakos die leuchtenden Gefiederpartien durch Flügelspreizen und Aufrichten der Kopfhaube zur Schau.

Helmturakos bewohnen ausschließlich die Baumkronen, in denen sie sehr gewandt umherklettern. Ihre äußeren Zehen sind beliebig nach vorne und nach hinten beweglich. Die Nahrung besteht aus Früchten, Beeren, jungen Trieben u. ä. Meist ziehen Turakos paarweise umher, nur selten halten kleine Familienverbände über längere Zeit zusammen. Trotz ihres bunten Federkleides sind Helmturakos nur äußerst schwer im Laubdach zu entdeckten, denn die grünblaue Grundfarbe läßt sie mit ihrer Umgebung verschmelzen. Sobald sich die Vögel einer Gefahr bewußt werden, bleiben sie reglos sitzen, um bei der nächsten günstigen Gelegenheit unbemerkt das Weite zu suchen. Allein ihre lauten Rufe verraten schnell die Anwesenheit der Helmturakos.

Fortpflanzung
Auch die Nester werden sehr versteckt im dichten Astwerk angelegt, es sind lockere, flache Plattformen aus trockenen Zweigen. Das Gelege der Helmturakos besteht meist aus zwei weißen Eiern, die von beiden Altvögeln knapp 3 Wochen lang bebrütet werden. Ebenfalls gemeinsam füttern beide Eltern die Dunenjungen, bis sie nach etwa 4 Wochen vollständig befiedert sind. Schon zuvor klettern junge Helmturakos manchmal im umliegenden Geäst umher.

Riesenturako
Die größte Art der Familie ist mit 70-75 cm Gesamtlänge der Riesenturako (Corythaeola cristata) aus den dichten Wäldern und Galeriewäldern vom Senegal und Sudan bis zum Kongo, nach Angola, Kenia und Uganda. Die gesamte Oberseite dieses prächtigen Vogels ist hellblau, ebenso Kopf und Vorderbrust. Die restliche Brust- und auch die vordere Bauchregion heben sich hellgrün ab; Unterbauch und Unterschwanzdecken tragen kastanienbraune Federn; der lange, gelbgrüne Schwanz hat am Ende ein breites, schwarzes Band. Auf dem Scheitel steht ein blauschwarzer Federkamm; der gelbe Schnabel ist an seiner Spitze rot. Rote Federn fehlen den Riesenturakos völlig; beide Geschlechter sehen gleich aus.

Lebensweise
Paarweise oder in Gruppen bis zu etwa 12 Tieren ziehen Riesenturakos im Gleitflug zwischen den Baumkronen umher, im Astwerk vermögen sie wie alle Turakos geschickt umherzuklettern. Besonders während der Morgen- und Abenddämmerung wird man durch ihre lauten, typischen Rufe auf diese Vögel aufmerksam. Die Nester erscheinen unverhältnismäßig klein und werden hoch oben in Baumkronen angelegt. Das Gelege besteht meist aus 1-2 grünlichweißen Eiern (5 x 4,3). In Kamerun beginnt die Brutzeit im Dezember, in Nigeria dagegen schon im Mai und möglicherweise noch einmal im September.

Schildturakos
Als letzte Gattung der Familie sind die beiden Arten der Schildturakos (Gattung Musophaga) zu erwähnen. Sie werden auch Pisang- oder Bananenesser genannt, obwohl Turakos nur ausnahmsweise einmal Blüten (»Paradiesfeigen«) und Früchte von Bananenstauden (= »Pisangbäumen«) abpflücken.

Der 46-48 cm große eigentliche Schildturako (Musophaga violacea) bewohnt die Randgebiete geschlossener Waldregionen von Gambia bis Nigeria und in Ostkamerun (am Ubangi-Fluß). Nur wenn es unvermeidlich geworden ist, fliegen Schildturakos recht schwerfällig über kürzere Strecken, ansonsten klettern sie paarweise oder in kleinen Gruppen (bis zu 12 Tieren) flink wie Eichhörnchen im Gezweig umher. Auch niedrige Euphorbien-Büsche nutzen Roßturakos oder Hauben-Schildturakos (M. rossae) als Lebensraum; geschickt bewegen sich die Vögel durch das dichte Dornengestrüpp dieser Wolfsmilchgewächse. Das Verbreitungsgebiet dieser 47-50 cm großen Turakoart erstreckt sich von Ostkamerun bis zum südlichen Sudan, nach Uganda, Kenia, Tansania sowie bis nach Sambia und Angola. Schildturakos haben ein überwiegend blauviolettes Gefieder; die grünen Farbstoffe werden hier durch Melanine (schwarze Pigmente) überdeckt. Handschwingen und Scheitelfedern sind bei beiden Arten tiefrot gefärbt; Roßturakos haben eine deutlich abgesetzte Kopfhaube, die sonst bei Schildturakos nur angedeutet vorhanden ist. Die Schnäbel der Schildturakos sind sehr kräftig und gelb gefärbt mit mehr (Schildturakos) oder minder weit rotgefärbten Spitzen (Roßturakos). An der Basis des Oberschnabels beginnt ein breiter Hornschild, der bis auf die Stirn reicht.

Ihre Nester legen diese Turakos in dichtbelaubten Bäumen (auch recht dicht über dem Boden) an. Die Gelege bestehen aus 2 Eiern (4,2 x 3,6-4 cm). Über das Brutverhalten ist so gut wie nichts bekannt.

Wegen ihres farbenprächtigen Gefieders werden Turakos (vor allem Helmturakos, wie der Weißohr- oder Weißwangenturako, Tauraco leucotis) gerne in Zoovolieren gehalten, wo sie sich auch bisweilen fortpflanzen.




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