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Tyrannen

Tyrannidae

Herkunft: Amerika

Die Tyrannen nehmen in der Neuen Welt den Platz der altweltlichen Fliegenschnäpper ein. Die erfolgreiche und vielseitige Familie (etwa 365 Arten) hat, ausgehend von den tropischen Bereichen, alle Lebensräume von Alaska und Kanada bis nach Feuerland erobert; daneben ist sie auf den Galápagos-Inseln und den Antillen verbreitet. Man findet sie in Wüsten oder Urwäldern ebenso wie an den schneebedeckten Bergkuppen der Anden. Ihren Namen erhielten die Tyrannen von einem französischen Ornithologen des 19. Jahrhunderts wegen ihres »Mutes gegenüber größeren Greifvögeln«.

Ernährung
Da die Tyrannen hauptsächlich von Insekten leben, verhalten sich die Brutpopulationen in den gemäßigten Breiten als Zugvögel, während die tropischen Arten das ganze Jahr über ein ausreichendes Nahrungsangebot vorfinden. Die Schmätzer- oder Bodentyrannen (Rubinköpfchen) halten sich vornehmlich am Boden auf und konnten ihren Lebensraum bis auf die baumlosen, felsigen Andenhänge in großen Höhenlagen erweitern. Andere Arten haben sich besonders den sumpfigen Niederungen oder Flußläufen angepaßt. Insekten jagen die Tyrannen vorwiegend von einem Ansitz aus im Fluge, wobei den meisten Arten die Schnabelborsten am Schnabelgrund als Fangtrichter dienen. So sind auch die Schnäbel überwiegend breit und flach ausgebildet, manchmal jedoch auch schmal und spitz. Viele kleinere Arten suchen - vergleichbar unseren europäischen Grasmücken - das Blätterdach nach Insekten ab.

Der Speisezettel wird oft durch Früchte ergänzt. Darüber hinaus fangen die größeren Tyrannen auch kleinere Wirbeltiere (Fische, Frösche, Eidechsen, Mäuse). Es bereitet einigen Arten durchaus keine Schwierigkeiten, Insektenlarven, Fische und Kaulquappen aus fließenden oder stehenden flachen Gewässern zu fangen. Auch als Nesträuber können sie sich betätigen.

Merkmale
Die meisten Tyrannen sind unauffällig gefärbte, kleine bis mittelgroße Vögel (7,5-25 cm); langschwänzige Arten erreichen bis zu 40 cm Körperlänge, wie z. B. der Gabelschwanztyrann (Muscivora tyrannus; davon 27,5 cm Schwanzlänge). Gegenüber dem grauen, braunen oder olivgrünen Rückengefieder ist ein gelber, orangefarbener oder roter Scheitelfleck für viele Arten charakteristisch; manchmal kann eine »Kopfhaube« aufgestellt werden, wie z. B. beim Schopftyrann (Onychorhynchus mexicanus) oder beim Kronentyrann (Onychorhynchus coronatus). Verbreitet kommt eine leuchtendgelbe Unterseite vor. Meist unterscheiden sich die Geschlechter äußerlich nicht; Ausnahmen bilden hier nur die besonders prächtig gefärbten Arten (Rubinköpfchen). Lauf und Fuß bleiben allgemein ziemlich schwach entwickelt und sind nur bei den bodenlebenden Formen etwas kräftiger.

Brut
In einer so vielfältigen Familie können die Nistgewohnheiten sehr stark schwanken. Neben offenen, napfförmigen bis zu hängenden, geschlossenen Nestern mit seitlichem Eingang werden auch Baumhöhlen (z. B. verlassene Spechthöhlen) als Nistplatz gewählt. Der Diebstyrann (Legatus leucophaius) aus der Unterfamilie der eigentlichen Tyrannen macht es sich besonders leicht: Er sucht sich das Nest einer einfachen Vogelart und wirft Junge und Eltern einfach hinaus.

Die meisten Tyrannen leben in Einehe. Während sich das Männchen meist noch am Nestbau beteiligt, übernimmt das Weibchen die Bebrütung der 2-6 Eier allein. Bis die Jungen flügge sind, werden sie wieder von beiden Altvögeln versorgt.

Lautäußerungen
Als recht ursprüngliche Sperlingsvögel sind die Tyrannen mit einem sehr einfachen Stimmapparat ausgestattet. Ihre Rufe sind vielfältig, oft eignen sie sich besonders gut zur Bestimmung der jeweiligen Art. Überwiegend ist die Stimme nicht melodisch, sondern eher rauh und laut. Die großen Tyrannenarten sind für ihr Lärmen bekannt.

Systematik
Man unterscheidet 6 Unterfamilien: 1. Schmätzertyrannen (Fluvicolinae), z. B. das (Rubinköpfchen); - 2. Eigentliche Tyrannen (Tyranninae), z. B. der (Königstyrann); - 3. Fliegenschnäpper-Tyrannen (Myiarchinae); - 4. Schmalschnabeltyrannen (Euscarthminae); - 5. Zwergtyrannen (Serpophaginae); - 6. Elaenien-Verwandte (Elaeniae).




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