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Wasseramsel

Cinclus

Herkunft: Europa, Asien, Amerika

Die 4 oder 5 Arten der Wasseramseln zeichnen sich durch ihre ungewöhnliche, mit anderen Singvögeln nicht zu verwechselnde Lebensweise aus. Recht lückenhaft verbreitet, sind sie an klaren und steinigen, oft schnell fließenden Bächen der Wald-, Steppen- und Gebirgsregionen in Europa, Asien, Nord- und Südamerika anzutreffen.

Merkmale
Hier stelzen die 14-19 cm großen Vögel mit ihren kräftigen Läufen munter durch das Wasser, bei jedem Schritt lebhaft mit dem auffallend kurzen Schwanz wippend. Der sichere Umgang mit dem Wasser wird durch die extreme Anpassung an diesen Lebensraum möglich. Verschließbare Nasenöffnungen und ein so dichtes, stark mit Dunen durchsetztes Gefieder sind sonst nur von echten Wasservögeln bekannt. Das Gefieder wird ständig mit dem Sekret der großen Bürzeldrüse gefettet. So sind die Wasseramseln nicht nur gute Schwimmer und Taucher; sie können sogar am Grunde unter Wasser laufen. Der Tauchvorgang ist auf höchstens 30 Sekunden begrenzt; in Ausnahmefällen können dabei bis zu 6 m Wassertiefe erreicht werden. Hierbei muß das geringe spezifische Gewicht durch heftige Ruderschläge mit den Flügeln ausgeglichen werden, da Schwimmhäute fehlen.

Auch im niedrigen und geraden Flug folgen die Vögel den Wasserläufen. Diese werden überhaupt das ganze Jahr über nicht verlassen, solange sie auch im tiefstem Winter noch irgendwo eine eisfreie Stelle aufweisen. Sonst weichen die Vögel in tiefere Gebirgslagen aus oder verhalten sich als Strichvögel.

Nahrung
Zwischen Kieseln und Sandbänken suchen die Wasseramseln nach kleinen Tieren - überwiegend Insektenlarven, Wasserwanzen, Weichtieren, Fischbrut und Kaulquappen -, daneben aber auch nach Pflanzenteilen. Unverdauliche Nahrungsbestandteile werden als Gewölle wieder hervorgewürgt.

Brut
Die Wasseramseln beziehen ein streng abgegrenztes Revier entlang einem Wasserlauf; oft werden Jahr für Jahr die gleichen Nistplätze benutzt. In der Nähe des Nestes setzt sich das Männchen oft auf einem Felsblock nieder und läßt seinen Gesang ertönen, der dem Zaunkönige ähnlich ist. Bei der Balz nähert sich das Männchen unter Flügelzittern und Verbeugungen dem Weibchen.

Das große, kugelförmige Nest wird von beiden Partnern aus trockenem Moos gebaut und innen mit trockenem Laub ausgekleidet. Es liegt nah über dem Wasser in 1-5 m Höhe, normalerweise unter einem Felsvorsprung oder in einer Spalte, aber auch unter einer Brücke oder sogar hinter einem Wasserfall. So ist es gegen zahlreiche räuberische Feinde geschützt, die neben den Ausfällen durch stark ansteigendes Wasser trotzdem noch zahlreiche Bruten zerstören. Das Weibchen bebrütet die 4-6 Eier allein.

Arten
In Europa, Asien und Nordafrika lebt die Wasseramsel (Cinclus cinclus), deren Geschlechter sich mit der leuchtend weiß gefärbten Kehle und dem rotbraunen Unterkörper äußerlich kaum unterscheiden. Zahlreiche Unterarten weichen aber in der Gefiederfärbung voneinander ab. Weniger farbenfreudig ist die Braune Wasseramsel (Cinclus pallasii) aus Mittel- und Ostasien, deren Verbreitungsgebiet sich zum Teil mit dem der Wasseramsel überlappt. Den Westen Nord- und Mittelamerikas hat die Graue Wasseramsel (Cinclus mexicanus) besiedelt; die Weißkopf-Wasseramsel (Cinclus leucocephalus) ist bis in die subtropischen und tropischen Regionen von Venezuela bis Bolivien vorgedrungen.

Gefährdung
Unsere heimische Wasseramsel steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.




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