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Wasserralle

Rallus aquaticus

Herkunft: Europa, Asien, Nordafrika

Die etwa 100-125 g schwere und 28 cm lange Wasserralle und nahe verwandte Arten der Gattung Rallus bilden mit einigen weiteren Arten die Gruppe der Rallen i.e.S. Sie unterscheiden sich in ihren Lebensgewohnheiten wesentlich von Teichhühnern.

Brut
Das Brutgebiet der Wasserralle reicht von Nordafrika über ganz Europa (mit Ausnahme des nördlichen Skandinaviens) bis nach Vorder-, Nord-, Mittelasien und Japan. Es bestehen 4 voneinander isolierte Rassenkreise.

Die Brutperiode beginnt Anfang April (Mitteleuropa) oder Ende Mai (z. B. in Kaschmir in 1500 m Höhe) und kann bis in den August hinein währen. Oft ziehen »Water Rails« (engl.) 2 Jahresbruten hoch. Wasserrallen bauen ein recht hohes Nest aus Wasserpflanzen, Gras und trockenen Schilfhalmen, das beide Brutpartner, bestens getarnt, wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche im Sumpf oder in feuchtem Ufergelände von Flüssen und Seen anlegen. Dabei ziehen die Vögel in Nestnähe wachsende Pflanzen zu einer Art Tarnzelt zusammen, so daß die Nestanlage auch von oben her nur sehr schwer zu entdecken ist. Überhaupt ist ja die gesamte Lebensweise der Rallen sehr scheu und heimlich. Eigentlich bekommt man die Vögel immer nur im letzten Moment vor dem Auffliegen oder nur für einen kurzen Augenblick von hinten zu sehen, wenn sie bei den geringsten Störungen im schützenden Dickicht verschwinden.

Nur bei äußerster Gefahr fliegen Wasserrallen mit baumelnden Beinen wenige Meter weit dicht über der Bodendecke dahin, um sich sofort wieder zu Fuß im Bewuchs in Sicherheit zu bringen. Entsprechend vorsichtig und unbemerkt begeben sich Wasserrallen auch zu ihrem Gelege oder entfernen sich lautlos vom Nest.

Das Gelege besteht aus 7-10 (5-13) Eiern (3,6 × 2,6 cm) und wird 19-20 Tage lang (vom letzten Ei an) von beiden Partnern erbrütet, wobei oft der Anteil des Männchens den des Weibchens überwiegt. Die Jungen schlüpfen sehr kurz nacheinander und sind Nestflüchter. Sie haben ein langes, seidiges, schwarzes Dunenkleid, das ein wenig grünlich schimmert. Der bei Altvögeln rote, 4 cm lange Schnabel ist bei Nestlingen noch weißlich. Anfänglich werden junge Wasserrallen intensiv gehudert und gefüttert, bis sie nach einigen Tagen das Nest verlassen. Flugfähig werden die Jungen mit 7-8 Wochen. Sie können aber schon früher selbständig Nahrung aufnehmen und werden bisweilen schon nach 20-30 Tagen von den Altvögeln endgültig allein gelassen.

Als Nahrung sammeln Wasserrallen hauptsächlich Insekten, deren Larven, andere Gliedertiere, Würmer und kleine Wirbeltiere (Fische, Lurche, Kriechtiere, gelegentlich auch kleine Säugetiere und Vögel) auf. Der Anteil an pflanzlicher Nahrung nimmt besonders im Winterhalbjahr zu.

Wanderungen
Die Wasserrallen der Britischen Inseln, Südeuropas und Nordafrikas sind überwiegend Standvögel, während die Populationen Mitteleuropas nach West-, Südwesteuropa und in den Mittelmeerraum ziehen. Auch am Schwarzen Meer, am Kaukasus, in Vorderasien und in Nordafrika überwintern Wasserrallen. Auf den Wanderungen fliegen die Vögel ohne Mühe auch weite Strecken in ständigem Ruderflug. Ein geringer Teil des europäischen Bestandes überwintert allerdings selbst in erstaunlich harten Wintern im Brutgebiet. Sehr unangenehm wird die Lage der Wasserrallen, sobald bei lange andauerndem Frost alle offenen Wasserflächen zufrieren.

Gefährdung
Bei uns steht die Wasserralle auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.




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