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Zwergmaus

Micromys minutus

Herkunft: Europa, Asien

Die Zwergmaus ist neben der Waldbirkenmaus unser kleinstes Nagetier. Sie wiegt nur 5-8 g bei einer Körperlänge von 5-7,5 cm und einer Schwanzlänge von 5-6 cm. Das zierliche Tier trägt eine rehbraune Decke, von der die weiße Bauchseite meist sehr deutlich abgesetzt ist. Auch der Schwanz ist zweifarbig. Die kurzen Ohren ragen kaum aus dem dichten Fell heraus.

Verbreitung
Das Vorkommen der Zwergmaus erstreckt sich von England und den Pyrenäen ostwärts durch ganz Eurasien bis nach Japan. Ihre südlichste Verbreitung in Asien hat sie in Assam und Burma. Bei einem derart ausgedehnten Verbreitungsgebiet tritt die Art naturgemäß in vielen Varianten auf. Die Rassengliederung ist bisher nur unvollkommen bekannt.

In Deutschland trifft man die Zwergmaus überwiegend in der Ebene an.

Lebensraum
Als hochspezialisierter »Halmkletterer« besiedelt die Zwergmaus ursprünglich Röhricht und Seggenbestände. Mit ihrem geringen Gewicht, den als Greiffüße ausgebildeten Pfoten und dem sehr biegsamen Greifschwanz ist sie hervorragend auf diesen Lebensraum eingestellt.

Als Kulturfolger besiedelt die Zwergmaus auch mehr und mehr Getreidefelder, Rübenschläge und Hecken. Besonders in Haferfeldern tritt sie mitunter in großer Zahl auf (»Hafermaus«). Die Populationen des Kulturlandes überwintern auch meist in Scheunen und Getreidemieten.

Lebensweise
Das auffälligste Kennzeichen, mit dem diese Maus ihre Anwesenheit sofort verrät, sind die in 40-80 cm Höhe zwischen den Halmen verankerten Kugelnester. Zum Bau dieser Hochnester werden sowohl lebende als auch abgestorbene Halme miteinander verflochten. Diese Nester dienen als Sommerwohnung. Für den Winter legen Zwergmäuse Bodennester an.

Die kugeligen Sommernester werden überwiegend nachts errichtet und im Innern mit besonders fein zerschlissenen Pflanzenteilen und Distelsamenhaaren ausgepolstert. Kugelnester, die nur zum Schlafen benutzt werden, haben gewöhnlich nur einen Einschlupf, während die Brutnester über 2 Eingänge verfügen.

Die Zwergmaus ist zu etwa 70% nachtaktiv. Der recht hohe Anteil an Tagesaktivität hängt wohl mit der Kleinheit des Tieres zusammen (erhöhter Nahrungsbedarf) und wird durch den deckungsreichen »Halmwald« ermöglicht.

Nahrung
Die Nahrung der Zwergmaus besteht überwiegend aus Sämereien. Daher kann sie auch bei starker Vermehrung in Getreidefeldern einmal schädlich werden, was aber in Mitteleuropa praktisch kaum vorkommt. Neben Samen, die sie auch unreif frißt, ernährt sie sich von allerlei Insekten ihres Lebensraumes. Dabei erjagt sie sogar im Rohrwald lebende Kleinschmetterlinge, was auf ihre Spring- und Kletterkünste hindeutet. Selbst unsere größten Heuschreckenarten werden überwältigt. Auch beim Plündern von Gelegen rohrbewohnender Vögel wurden Zwergmäuse schon beobachtet. Im Winter ernähren sie sich fast nur noch von tierischer Kost. Bei Nahrungsverknappung ist dann auch Kannibalismus nicht selten.

Lautverhalten
Das Stimmrepertoire der Zwergmaus ist reichhaltiger als das von bodenlebenden Mäusearten. Für den Menschen sind Kontaktrufe der jungen Tiere, Drohrufe und Balzrufe deutlich unterscheidbar.

Fortpflanzung
Die Paarungsspiele der Zwergmaus finden über dem Boden im Halmgewirr statt; nur zum Rammeln begeben sich die Tiere auf den Boden. Nach einer Tragzeit von 21 Tagen werfen die Weibchen 2-3mal im Jahr 2-6 Junge im gesondert errichteten Brutnest. Beim Transport durch die Mutter verfallen die Kinder in eine ausgeprägte Tragestarre.

Im Freiland erreicht die Zwergmaus ein Höchstalter von 18 Monaten.




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